Atommüll-Endlager

Suche nach geeignetem Atommüll-Endlager Thema im Beetzendorfer Rat

Schild gegen Atommüll-Endlager.
+
Protest gegen Atommüll-Endlager.
  • vonLydia Zahn
    schließen

Im Diesdorfer Ortsteil Waddekath sind die Bürger in Sachen Atommüll-Endlagersuche bereits seit Jahren sensibilisiert. Nun sprachen Dr. Christel Rosenbaum und Dr. Dirk Frenzel das heikle Thema im Beetzendorfer Gemeinderat an.

Kai Zuber

Beetzendorf / Waddekath – Die Sorge ist, dass neben Waddekath auch der Untergrund des Beetzendorfer Ortsteils Poppau theoretisch als Endlager geeignet wäre – für die Bewohner des Ökodorfes Siebenlinden eine nahezu unvorstellbare Sache.

Wird der „Mittelpunkt der Welt“, wie Poppau oft bezeichnet wird, zum Atomklo der Nation? Dagegen regt sich Widerstand im 300-Einwohner-Dorf. Die Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) hat in ihrem jüngsten Zwischenbericht auch Poppau als einen möglichen Standort in die engere Wahl genommen. 90 andere Kandidaten gibt aber auch noch. Der Salzstock unter Poppau ist jedoch nicht übermäßig groß. Laut BGE umfasst der sogenannte Zechstein eine Fläche von sieben Quadratkilometern und befindet sich in einer Tiefe von rund 800 bis zu 1500 Metern. Der etwa 700 Meter dicke Salzstock wird im Bericht als „Teilgebiet 058“ erwähnt. Hundertprozentig perfekt ist der Untergrund laut der Kommission für die Endlagersuche allerdings nicht: Nur sechs von elf Kriterien tragen das Prädikat „günstig“. „Die Kommune sollte stärker in das Thema einbezogen werden“, hieß es im Gemeinderat von Beetzendorf. „Und zwar, bevor die ersten Bagger anrücken und man vielleicht vor vollendeten Tatsachen steht“, so Dr. Christel Rosenbaum. Aus dem „schwarzen Peter“ könne so schnell ein „strahlender Peter“ werden, hieß es weiter. „Das würde die gesamte Region komplett verändern. Wir müssen daher ständig an dem Thema dranbleiben“, warnte auch Dr. Dirk Frenzel.

Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe schlug vor, sich ganz speziell über das Thema zu unterhalten. Die Lage bei Poppau ist also ernst, aber nicht hoffnungslos. Immerhin formulierten die Experten der BGE, dass „eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle“ zu erwarten sei. Allein dieser Satz bietet also genügend Substanz, um wachsam zu bleiben. Aber auch die Waddekather wollen nicht das Atomklo der Nation werden, weshalb die Einwohner schon seit Wochen mit einem großformatigen Schild gegen die Pläne protestieren.

Bereits in den 1990er Jahren wurde in Waddekath der geologische Untergrund untersucht. Damals war die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel zuständige Umweltministerin. Auch in Waddekath erstreckt sich ein riesiger Salzstock zwischen Haselhorst, dem Forst Vier und Höddelsen, der für ein mögliches Endlager in Frage käme.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare