Waddekath: Einwohner verstehen die Welt nicht mehr

Sturheit oder Ignoranz? Nach drei Verkehrs-Crashs Schild an gleicher Stelle wieder errichtet

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Ist das ein Fall von Behörden-Sturheit oder Ignoranz?, fragen sich derzeit viele Waddekather. Nach drei Verkehrsunfällen wurde das zweimal total zerstörte Wende-Schild nun an gleicher Stelle wieder errichtet.

Waddekath. Wie viele seiner Nachbarn, Bekannten und Freunde im Diesdorfer Ortsteil Waddekath versteht der Einwohner Uwe Körner die Welt nicht mehr: Nach drei Verkehrs-Crashs wurde das großformatige braun-weiße Waddekather Grenzdenkmal-Schild zur Erinnerung an die deutsche Teilung und Wiedervereinigung jetzt an gleicher Stelle wieder errichtet.

Im Vorfeld krachten zwei Fahrzeuge total in das Schild, sodass es komplett ausgewechselt werden musste.

Ein weiteres Mal hatte in der brenzligen Linkskurve aus Richtung Wittingen nach Diesdorf ein Fahrzeugführer das Schild nur gestreift, als er an selber Stelle nach rechts von der Fahrbahn abkam und im Graben landete. Jetzt wurde das Schild nach dem jüngsten Totalschaden vor wenigen Wochen aber genau an derselben Stelle wie zuvor wieder errichtet. „Und das, obwohl man nun endlich wissen müsste, dass es sich bei dieser Kurve um eine echte Gefahrenstelle mit Wiederholungseffekt handelt“, beurteilt Körner. Eine Provinzposse.

Die Waddekather waren nach dem dritten Zusammenstoß an derselben Stelle mit Beschädigung des gleichen Schildes binnen weniger Jahre seit dem Bestehen davon ausgegangen, dass die zuständige Behörde den Standort des Schildes von der „Einflugschneise“ um wenige Meter auf eine weniger gefährliche Stelle verlagert. Aber Fehlanzeige. „Man lernt offenbar nicht dazu oder will es nicht. Also dann bis zum nächsten Crash“, so Uwe Körner sarkastisch.

Derweil fragen sich die Waddekather, ob in jenem Fall von Behörden-Sturheit oder von Ignoranz auszugehen ist? „Das ist eigentlich verwunderlich, weil es ja bei der Diskussion um die Sicherheit im Straßenverkehr auch, als es darum ging, dass in Salzwedel das Erdgas-Symbol nicht auf einem Kreisverkehr errichtet werden sollte. Doch bei uns in Waddekath wird ein Schild nach mehreren verheerenden Unfällen immer wieder an selber Stelle errichtet“, argumentiert Körner. Die zuständige Straßenverkehrs-Behördenstelle war für die AZ für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Von Kai Zuber

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