Diesdorfer Rat beschließt Haushalt: „Müssen an allen Ecken und Enden sparen“

Streitthemen: Trauerhalle und Telefon

+
Die Abbendorfer Trauerhalle ist ein Trauerspiel. Der Kirchenvorstand des Ortes will den Bau nun von der Gemeinde übernehmen. Und erhält laut Ratsbeschluss statt der zuvor geplanten 35 000 Euro nun 25 000 Euro für die Sanierung. Foto: Archiv / Lange

Diesdorf / Abbendorf / Mehmke. Die gute Nachricht aus dem Diesdorfer Rat: der Haushalt für 2017 ist beschlossen. Bis es so weit war, wurden allerdings noch einige hitzige Diskussionen geführt.

„Es war knapp. Wir müssen im Flecken Diesdorf an allen Ecken und Kanten sparen“, läutete Verbandsgemeinde-Kämmerin Dorlis Reimann die Sitzung ein. Im Gesamtergebnis weist der Haushalt einen kleinen Überschuss aus. „Wir nehmen aus 2016 schon einen Fehlbetrag von rund 149 000 Euro mit. Teilweise kann das Minus mit Überschüssen aus 2015 gedeckt werden. Und ganz knapp können wir den restlichen Fehlbetrag mit einem kleinen Plus von etwa 10 000 Euro ausgleichen“, rechnete Reimann den Ratsmitgliedern vor.

Das nahm Ratsmann Daniel Rieck zum Anlass, der sich über die Geldbeträge für die Abbendorfer Trauerhalle wunderte. „Ich weiß, wir haben gesagt, wir helfen, weil die Halle echt hinüber ist. Aber es waren mal von 18 000 Euro die Rede, und nicht von 35 000.“ Und führte ins Feld, dass die Trauerhalle ja auch an die Kirche übergeben werden soll. „Ein bisschen was müssen die auch machen“, so Rieck. Seinem Antrag, die Zuschüsse auf 25 000 Euro zusenken, folgten von den 14 Ratsmitgliedern zwölf. Weiterhin sollen die gesparten 10 000 Euro aufgeteilt werden. „5000 Euro gehen zurück in den Topf, die anderen 5000 Euro fließen in ein Projekt zur energetischen Sanierung“, schlug er vor.

Und auch in Sachen Telefonanschluss im Dorfgemeinschaftshaus in Mehmke herrschte Gesprächsbedarf. In der vorangegangenen Ausschusssitzung wurde festgelegt, dass der Anschluss im DGH gekündigt werden soll. Im Haushalt wird der Anschluss noch mit 200 Euro geführt. „Warum wird der Anschluss gekündigt?“, wollte Rieck wissen. „Man kann in Mehmke nicht mit dem Handy telefonieren. Wenn was passiert, wie soll man dann Hilfe holen?“ Dieses Argument ließen die anderen Ratsmitglieder nicht gelten. In anderen Orten könne auch nicht mit dem Handy telefoniert werden. Dafür gibt es Nachbarn, die einem aushelfen, so die Meinung.

Bürgermeister Fritz Kloß und Kämmerin Dorlis Reimann versuchten zu erklären, dass auch in anderen Dorfgemeinschaftshäusern keine Festnetzanschlüsse vorhanden seien. „In Mehmke ist noch ein Telefon eingerichtet, weil die Räume dort einmal als Büro genutzt wurden“, führte Kloß aus. „Und teilweise sind wir mit den 200 Euro im Jahr nicht ausgekommen, weil dort übermäßig privat telefoniert wurde“, so Reimann.

Von Katja Lüdemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare