Straßenkreuz an Unfallstelle bei Nipkendey schon mehrmals beschädigt

Täter ohne Respekt vor Toten

Straßenkreuz an Unfallstelle bei Nipkendey beschädigt
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So sieht das Straßenkreuz jetzt aus. Der obere Teil mit dem Namen wurde abgebrochen, die Deko entfernt.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Es gehört zu den schlimmsten Ereignissen im Leben eines Menschen, geliebte Angehörige durch einen Unfall zu verlieren. Fast noch schlimmer aber ist es, wenn das Andenken an den Verstorbenen nicht gewürdigt, sondern mit Füßen getreten wird. Genau dies musste David Vierke aus Nipkendey schon mehrmals erleben.

„Mein Bruder Marten kam 2007 bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben. Er war damals mit einem Auto schwarz gefahren und am Ortseingang von Nipkendey gegen einen Baum geprallt. Er wurde nur 17 Jahre alt“, blickt David Vierke zurück.

So sah das Straßenkreuz am Ortseingang von Nipkendey (Ellenberger Weg) bis zum 28. April aus.

Zur Erinnerung an seinen verstorbenen Bruder stand seit 2007 an der Unfallstelle ein Holzkreuz, direkt neben dem Radweg an der Straße von Nipkendey nach Ellenberg. „Aber am Abend des 28. April wurden der obere Teil des Kreuzes abgebrochen sowie die Blumen und die Dekoration umhergeschmissen“, ist Vierke empört. Besonders pietätlos: Auf dem oberen Teil des Holzkreuzes stand der Name des Bruders: Marten. Dieses Teil müssen der oder die Täter mitgenommen haben. David Vierke wohnt nur etwa 500 Meter von der Unfallstelle entfernt und geht dort zweimal am Tag mit seinem Hund Gassi. Deshalb bemerkt er Veränderungen an der Gedenkstätte sofort.

Was ihn vor allem ärgert, ist, dass der Vorfall Ende April nicht der erste dieser Art gewesen ist. Seit 2017 sei das Straßenkreuz nun schon viermal beschädigt worden, jeweils einmal in jedem Jahr. Vierke: „Ich habe das auch jedes Mal der Polizei gemeldet.“

Dies kann Polizeikommissarin Franziska Hotopp auf AZ-Anfrage bestätigen. Zu den Straßenkreuzen sagt sie: „Sie sind von der Straßenverkehrsbehörde zwar nicht erwünscht, werden aber geduldet.“ Auf die Frage, wie oft denn solche Kreuze im Altmarkkreis Salzwedel beschädigt würden, kann sie keine genaue Angabe liefern. „So etwas lässt sich schlecht filtern, anders als bei Unfällen. Aber das kommt schon recht selten vor“, erklärte Hotopp. Und auch zum Motiv der Täter könne sie nichts sagen, das sei reine Spekulation oder Mutmaßung.

Wer Hinweise zu den Taten bei Nipkendey geben kann, sollte sich an die Polizei in Salzwedel unter Tel. (03 901) 84 80 oder an die Redaktion der Altmark-Zeitung wenden.

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