Altmärkische Adebare haben vermehrt mit Konkurrenten und Feinden zu kämpfen

Störche gewinnen Schornsteinstreit

+
Die Mehmker Störche haben es nicht leicht: Sie haben vermehrt mit Feinden zu kämpfen. Darunter zählen auch Greifvögel, die das Nest attackieren (links). Die Adebare brüten seit Jahren auf dem 30 Meter hohen Schornstein der ehemaligen Molkerei.

Mehmke. Die Störche, die seit Jahren auf dem über 30 Meter hohen Mehmker Schornstein der ehemaligen Molkerei nisten, haben zumindest vorübergehend den Streit mit ihren größten Konkurrenten, den exotischen Nilgänsen, für sich entschieden.

Das Storchenpaar hatte sich nach mehreren Attacken auf das Nest gegenüber der Mehmker Kirche behauptet, wie Anwohner und Nachbarn des Nistplatzes der AZ berichteten.

Dennoch haben es die Mehmker Störche nicht leicht: Die Adebare haben vermehrt mit Feinden zu kämpfen. Darunter zählen auch Greifvögel wie Milane, Habichte und Bussarde, die ständig um das Nistareal herumpatrouillieren. Nachts müssen die Storcheneltern ihre Jungen vor Eulen und Käuzen schützen. Dass die Adebare zumindest in diesem Jahr die aggressiven Nilgänse in Mehmke zurückdrängen konnten, freut den Wüllmersener Landwirt Otto Kaufmann. Der hatte in den vergangenen Monaten beobachtet, wie die Exoten sich mit den Störchen um geeignete Nistgelegenheiten streiten (wir berichteten).

Ornithologen äußerten sich bereits besorgt über das erbarmungslose Vorgehen der Nilgänse beim Verdrängungswettbewerb gegenüber anderen Vogelarten. Nilgänse sind mit Brutrivalen in ihrem neu eroberten Revier nicht zimperlich. Sie dulden keine Konkurrenten und gehen gegen sie aggressiv vor. „Die Nilgänse haben bei Mehmke schon ein paar Mal gebrütet. Dabei treten sie sehr rabiat auf“, weiß Otto Kaufmann. Der aktuelle Brutbeleg in Wüllmersen macht deutlich, dass die exotischen Gänse in Sachsen-Anhalt und in der Altmark weiter auf dem Vormarsch sind. Mitte der 1990er Jahre gab es dort die ersten Brutnachweise. Heute brüten bereits über 200 Paare in Sachsen-Anhalt. Ornithologen vermuten, dass die Nilgänse über England und Holland nach Deutschland eingewandert sind. In Großbritannien wurden Nilgänse im 18. Jahrhundert als Ziervögel gehalten und verwilderten nach und nach.

Von Kai Zuber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare