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Standfestigkeitsprüfung für Eichen-Mammut

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Von: Kai Zuber

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Aus diesem 3,50 Meter hohen Eichenstamm soll in Stöckheim nach der Fällung des Baumes eine Goliath-Figur geschnitzt werden.
Aus diesem 3,50 Meter hohen Eichenstamm soll in Stöckheim nach der Fällung des Baumes eine Goliath-Figur geschnitzt werden. Doch wie es im Rohrberger Gemeinderat hieß, werde dafür ein Standsicherheitsnachweis verlangt. © Freier Mitarbeiter

Eine Provinzposse im Rohrberger Ortsteil Stöckheim? Denn laut Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz verlangt das zuständige Bauamt ein Standsicherheitsnachweis für den etwa 3,50 Meter hohen Eichen-Mammut.

Stöckheim – Dieser ist rund 1,20 Meter im Durchmesser stark. Die Wurzeln der über 150 Jahre alten, mittlerweile gefällten Rieseneiche mitten auf der Stöckheimer Kreuzung ragen um ein Vielfaches tiefer in die Erde, als der verbliebene Eichenstamm hoch und jedes Betonfundament in Stöckheim tief ist – nämlich sieben bis zehn Meter.

Einwohner von Stöckheim wundern sich daher über die Sicherheitsvorschriften zur Standfestigkeit des Baumes. Während der jüngsten Ratssitzung in Rohrberg wurde das Thema angesprochen: Der Altmarkkreis sei aus der Sache nach der Fällung raus, nun gehe es um die Versicherungsfrage im Falle von Unfällen auf der Stöckheimer Kreuzung, so Bernd Schulz. Im Klartext: Ein Gutachter soll klären, ob die Reste des Eichen-Methusalems tatsächlich auch sicher stehen.

„Vorschrift ist eben Vorschrift“, äußerte sich der Melliner Kettensägenkünstler Fred Heidenreich zum Thema diplomatisch. Doch in der Kommune wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt, welche Blüten die deutsche Bürokratie zuweilen treibt.

Hintergrund: Aus den Resten der gefällten Dorfeiche in Stöckheim soll ein Kunstwerk entstehen, hieß es während der jüngsten Sitzung des Rohrberger Gemeinderates. Nach der bekannten Sage des Stöckheimer Hünengrabes soll eine Goliath-Figur aus dem Stumpf der Eiche geschnitzt werden (wir berichteten). Um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, sind 2500 Euro im Haushalt der Kommune reserviert. Bislang hat sich diesbezüglich allerdings noch nichts getan, erfuhr die AZ.

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