Joachim Kozlowski: „Das war keine Nacht-und-Nebel-Aktion“

Sterbliche Überreste von deutschen Soldaten in Lindhof umgebettet

Umbetter Joachim Kozlowski mit sterblichen Überresten eines deutschen Soldaten
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Die sterblichen Überreste von vier im Zweiten Weltkrieg getöteten deutschen Soldaten wurden am Mittwoch, 27. Oktober, von Lindhof nach Haselhorst umgebettet. Die Arbeiten wurden von Joachim Kozlowski (im Bild) vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Diesdorfer Gemeindemitarbeitern vorgenommen.
  • Christian Reuter
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Die sterblichen Überreste von vier im Zweiten Weltkrieg getöteten deutschen Soldaten wurden am Mittwoch, 27. Oktober, von Lindhof nach Haselhorst umgebettet. Die Arbeiten wurden von Joachim Kozlowski vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Diesdorfer Gemeindemitarbeitern vorgenommen.

Lindhof. Die vier deutschen Soldaten waren 1945 in einem der letzten Gefechte des Zweiten Weltkriegs in der Region Diesdorf getötet worden. „Die Exhumierungs- und Umbettungsmaßnahmen waren mit dem Landesverwaltungsamt abgesprochen und geplant worden“, erklärte Cedrik Hecht, Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, der die Umbettung beaufsichtigte. Die sterblichen Überreste kommen nach Aussage von Hecht in die Sammelgrabstelle in Haselhorst, in der bereits mehrere gefallene deutsche Soldaten bestattet worden sind.

Mit einem Bagger wurden am Mittwoch, 27. Oktober, in einem Waldstück bei Lindhof die Gräber von vier deutschen Soldaten geöffnet. Die sterblichen Überreste kommen in die Sammelgrabstelle in Haselhorst.

Joachim Kozlowski ist für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Umbetter zuständig, nach seinen Angaben seit elf Jahren als einziger offizieller hauptamtlicher Mitarbeiter in ganz Deutschland. „Ich nehme jedes Jahr etwa 500 Umbettungen vor. Im In - und Ausland nimmt der Volksbund jährlich sogar mehr als 20 000 Umbettungen von Kriegstoten vor“, sagte Kozlowski, der aus Friedersdorf bei Frankfurt/Oder angereist war. Der Volksbund nehme die Umbettungen im Auftrag der Bundesregierung vor. Grundlage dafür ist das Gräbergesetz für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. „Meine Tätigkeit wird aus Landes- und Bundesmitteln bezahlt“, erzählte der 49-Jährige, der die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Diesdorf lobte.

Cedrik Hecht, Mitarbeiter des Ordnungsamtes der VG Beetzendorf-Diesdorf, zeigte auf einem Foto die Sammelgrabstelle in Haselhorst, in die die bei Lindhof gefallenen deutschen Soldaten umgebettet werden.

Auch Edwin Keijzer verfolgte gestern die Umbettungsarbeiten in einem Waldstück bei Lindhof, schien damit allerdings nicht ganz glücklich zu sein. „Ich habe Respekt vor den Leuten, die das machen. Aber das ist eine Nacht-und-Nebel-Aktion“, sagte der Mann, der in Lindhof ein Ferienhaus übernommen habe und daher mehrmals im Jahr vor Ort sei. „Bürger aus Lindhof und ich haben die bisherigen Gräber der Soldaten ehrenamtlich gepflegt.“ Den Vorwurf der Nacht-und-Nebel-Aktion wies Joachim Kozlowski zurück.

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