Diesdorfer Freilichtmuseum präsentiert überlieferte Handwerkstechniken

Staunen über die Vorfahren

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Alexander Heß arbeitet unter den Blicken der Gäste beim „Archaikon“ im Diesdorfer Freilichtmuseum an der Wippdrechselbank. Diese kommt ganz ohne Strom aus und war für das historische Handwerk unentbehrlich. 

Diesdorf. Alte Handwerkstechniken, Live-Musik, Mitmachstände, rustikale Speisen und hausgemachter Kuchen kennzeichneten am Sonntag das „Archaikon“ – das besondere Handwerkertreffen im Freilichtmuseum Diesdorf.

Hunderte Menschen staunten über die alten Techniken der Vorfahren.

Holger Schwerin hilft Kindern, aus Stroh eine Puppe zu basteln. Die Mitmachaktion kam gestern besonders gut an.

So schauten sie sich zum Beispiel die Wippdrechselbank an, die ganz ohne Strom funktioniert. „So war das damals ohne Strom. Die Menschen mussten sich was einfallen lassen“, sagte Alexander Heß und richtete die Wippdrechselbank mehrfach neu aus, damit sie funktionierte.

Uwe Gerlach (r.) erläutert neugierigen Besuchern, wie in früheren Zeiten Bögen und Pfeile gebaut wurden.

Die Gäste lernten, wie ein Bogen und ein Pfeil entstehen oder versuchten sich als Strohflechter. „Solch eine Strohpuppe wollte ich schon immer haben“, sagte Hermine Ebeling aus Molbath (Landkreis Uelzen). Der Anfang war nicht leicht. Doch Tischler Holger Schwerin half den Hobbyflechtern über die ersten Klippen. Weiterhin war eine Wikingerschmiede aufgebaut, und auch in der alten Dorfschmiede wurde gearbeitet.

Diese Waschmaschine aus Holz hat Küfer- und Böttchermeister Heinrich Gades (mit Schürze) 1954 selbst gebaut.

Böttcher- und Küfermeister Heinrich Gades berichtete in der Hopfendarre über das alte Handwerk, das er von der Pike auf erlernt hat. Neu in der Ausstellung ist eine Waschmaschine, die er 1954 selbst hergestellt hat und die danach 20 Jahre ihren Dienst ohne Murren versah. Weiter informierte der Knesebecker, dass im oberen Bereich der Hopfendarre bald ein alter Holzkartoffeldämpfer zu sehen sei und zudem auch die Bier- und Salzfassherstellung gezeigt werde.

Jörn Rau stellt nach alter Tradition eine Obstschale aus Pflaumenholz her. Dazu sitzt er auf dem sogenannten „Ziehpferd“.

Wer Jörn Rau aus Kamen über die Schultern schaute, der sah, wie in früheren Zeiten Obstschalen entstanden. Dazu saß er auf dem sogenannten „Ziehpferd“, um die Schalen, meist aus Pflaumenholz, zu bearbeiten.

Musikalisch umrahmt wurde der Handwerkertag durch die Gruppe Fairykelt mit Irish Folk, keltischer Musik und eigenen Kompositionen.

Von Rüdiger Lange

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