Die Stärken fördern

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Carola Jentzsch (53) betreut als Sonderpädagogin unter anderem Kinder in der Diesdorfer Grundschule „Dr. Georg Schulze“.

Diesdorf. Spielerisch beginnt der Unterricht von Carola Jentzsch. Die 53-jährige Sonderpädagogin motiviert ihre Schützlinge häufig mit einem Lesepuzzle oder einem Memory-Spiel.

Der kleine Trick wirkt: Silbe für Silbe tastet sich die Lehrerin bei den Kindern vor, denen das Lernen nicht so leicht fällt. Und Wort für Wort stellt sich dann auch der Erfolg ein. Von den derzeit rund 85 Schülern der Diesdorfer Grundschule betreut Carola Jentzsch drei Kinder, die dort integrativ untergebracht sind. Für die Knirpse ist es nur von Vorteil, dass sie nicht als Sonderschüler täglich zur Förderschule nach Klötze müssen, sondern gemeinsam mit ihren Freunden lernen können.

„Jedes Kind hat neben seinen Schwächen auch Stärken und die gilt es zu erkennen und zu fördern“, betont Grundschulleiterin Elisabeth Thom. „Diesdorf war in der Region die erste Schule, die unser mobiles pädagogisches Konzept bereits 1996 praktiziert hat. Das war bereits vor der Zeit, als sich das die Politiker auf die Fahnen geschrieben hatten“, lobt Carola Jentzsch. Derzeit ist sie dienstags und freitags für rund acht Stunden in der Diesdorfer Grundschule. Je nach Plan werden die Kinder einzeln, in der Gruppe oder innerhalb der Klasse unterrichtet. Auch ein so genannter Vorsorgeunterricht wird angeboten. „Dabei arbeite ich stets eng mit den Lehrern vor Ort zusammen. Für die Zeit in der ich nicht anwesend bin, holen sich die Pädagogen auch Tipps“, betont Carola Jentzsch.

Die seit Jahren praktizierte mobile integrative Förderung trug bereits mehrmals Früchte. Aktuell kann eines der von Carola Jentzsch unterrichteten Kinder ganz regulär an die Dährer Sekundarschule wechseln – ein Erfolg! Den normalen Lehrstoff bereitet die Pädagogin extra für ihre Schützlinge auf. Spielerisch, aber mit Beharrlichkeit schult Carola Jentzsch dabei Konzentration, Wahrnehmung und Motorik.

Neben der Diesdorfer Einrichtung betreut die Sonderpädagogin noch Kinder in drei weiteren Schulen. Am Ende der Arbeit von Carola Jentzsch steht eine pädagogische Einschätzung für jeden betreuten Schüler – eine Art Gutachten. „Die viele Arbeit lohnt sich auf jeden Fall für jedes Kind.

Nicht selten haben Schüler mit Schwächen in Mathe und Deutsch erstaunliche Stärken im künstlerischen Bereich. Das ist gut für das Selbstbewusstsein der Knirpse“, resümiert Grundschulleiterin Elisabeth Thom.

Von Kai Zuber

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