Vor vier Jahrzehnten erfand Dr. Siegbert Klaffer den „Start in den Frühling“

Das sportlichste Dorf

Sportler mit Leib und Seele: Dr. Siegbert Klaffer, ist auch beim 40. „Start in den Frühling“ wieder dabei. Am 27. April werden in Winterfeld wenigstens 150 Teilnehmer erwartet. Foto: Benecke

Winterfeld. Trimm-Trab ins Grüne – am Sonntag, 27. April um 9. 30 Uhr wird dieser Lauf in den Frühling in Winterfeld zum 40. Mal gestartet. Und nur selten sind in den vergangenen vier Jahrzehnten weniger als mindestens 150 Teilnehmer zu diesem sportlichen Ereignis angetreten.

Einer der Begründer dieser schönen Tradition des Sportvereins Winterfeld ist Dr. Siegbert Klaffer. Dass die Veranstaltung einmal diese Ausmaße annehmen wird, hätten „selbst kühnste Optimisten nicht für möglich gehalten“, freut sich Klaffer schon auf den 27. April.

„Anfang der 1970er Jahre erfuhr die Laufbewegung einen beachtlichen Auftrieb – so auch in Winterfeld“, erinnert sich der sportliche Tierarzt im Unruhestand. Damals war es noch die Sportgemeinschaft Winterfeld, die im Frühjahr 1975 fast 100 Läufer – meistens Schüler aber auch zahlreiche Erwachsene – auf die fast zwei Kilometer lange Meile schickte.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Sportbegeisterte und es gab auch immer mehr Veranstaltungen wie zum Beispiel den Silvestermeilenlauf mit Karpfenverlosung, den Frühlingslauf und den Lauf rund um „Feine Sache“, um nur einige zu nennen. Winterfelder Läufer starteten in Magdeburg, Stendal, Tangermünde, beim jährlichen Kreissportfest in Kalbe und beim Gedenkestättenlauf für die KZ- und Kriegstoten quer durch den damaligen Bezirk Magdeburg am 8. Mai, erinnert sich Dr. Klaffer.

Die Winterfelder Meile wurde seit dem 2. April 1978 „Start in den Frühling“ genannt. So heißt das Ereignis noch heute. Bis zur Wiedervereinigung waren einige Teilnehmer auch hoch zu Ross dabei – die Pferdesportler um ihren Sektionschef Ernst-Jürgen Schulz aus Quadendambeck.

Am 1. September 1980 wurde die zirka 20 Jungen und Mädchen starke „Laufgruppe Winterfeld“ gegründet. Zu erkennen waren sie überall sofort: blaues Trikot mit weißem Rückenlogo „Schneemann“ für den Winter und sonnengelben Hosen. Trainer war Dr. Siegbert Klaffer.

Die Zahl der Läufer ist in den vergangenen Jahren ständig zurückgegangen – im Gegensatz zur Teilnehmerzahl. Durschnittlich sind das 150 unter denen sich die Gruppe der Radfahrer stark vermehrt, freut sich Dr. Klaffer, für den der Sportsgedanke im Mittelpunkt steht. Auch die Altersbandbreite kann sich sehenlassen – vom Vorschulkind bis zu 80-Jährigen. Der laufende Doktor nennt aus der letzten Gruppe Frieda Fuhrmann aus Recklingen, Eva und Adolf Krause aus Baars und Margarete Koslowski.

Neben der Lauf- bzw. Meilenbewegung entwickelten die Winterfelder auch ihre Kickerleidenschaft. Ab 1980 liefen fünf Fußballmannschaften auf. Einige spielen heute noch bei den Alten Herren, weiß Dr. Klaffer. Zudem gab es eine starke Kindermannschaft. Doch auch Tischtennis, Kegeln, Pferdesport, Turnen und Gymnastik, Leichtathletik, Schach und Federball kamen nicht zu kurz. „Mehr als 300 Mitglieder – auch heute noch – waren und sind im Sport organisiert. Jeder zweite war und ist in Winterfeld sportlich aktiv“, ist er stolz. Zu Recht: Winterfeld wurde 1988 als „Sportlichstes Dorf“ ausgezeichnet.

Dr. Klaffers Nachfolger als Winterfelder Sportchef von 1990 bis 2010 war der Recklinger Hans-Joachim Schwerin. Der sorgte mit vielen neuen Ideen und Aktionen dafür, dass es im Dorf sportlich weiterging.

Wenn am 27. April auf dem Sportplatz um 9.30 Uhr SV-Chef Marno Schulz den Startschuss abgibt, treten die Radfahrer in die Pedale – Winterfeld, Recklingen, Baars, Plattensee ist ihre Strecke. Die Läufer können die 2000-Meter-Meile ein- oder mehrmals zurücklegen. Am Ziel bekommen alle den Trimm-Taler. Rundum gibt es zudem zahlreiche Vergnügungen.

Von Holger Benecke

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