Zum Spielen eingeladen

Diese Schildkröt-Puppe, Modell Bärbel, stellte Brigitte Ihl für die Ausstellung zur Verfügung. Sie ist aus dem Jahr 1938.

Beetzendorf - Von Monika Schmidt. „Das kenn‘ ich“. „Das haben wir selbst oft mit der Familie gespielt.“ „Guck mal, die Puppenstube.“

– Die Beetzendorfer Heimatfreunde weckten am Ostersonnabend viele Erinnerungen. Zum Tag der offenen Tür präsentierten Vorsitzende Doris Tepelmann und ihre Mitstreiter eine Spielzeugausstellung. „Diese wollten wir eigentlich schon zu Weihnachten zeigen, aber dann klappte es mit den Räumen nicht“, informierte Doris Tepelmann. Die gesammelten Schätze sollten aber nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Und so entschieden sich die Heimatfreunde, ihre Heimatstube neu zu gestalten.

In den Räumen an der Alten Dorfstraße wird nun in dieser Saison das historische Spielzeug präsentiert. „Das ist bestimmt interessant, da sich auch schon einige Klassentreffen und Schülergruppen bei uns angemeldet haben“, sagte Doris Tepelmann. Das älteste Stück der Ausstellung ist ein Buch von 1910 mit Hausmärchen nach den Gebrüdern Grimm. Auch Märchenbücher, die früher von Zigarettenfirmen als Sammelalben gestaltet wurden, werden gezeigt. Dazu kommen viele Spiele aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein lustiges Frage- und Antwortspiel, ein Quartett, das zudem Wissen über deutsche Burgen vermittelt, sowie verschiedene Gesellschaftsspiele werden unter anderem präsentiert. Ein paar ganz besondere Schätze hat der Verein als Leihgabe erhalten, so einen alten Kaufmannsladen aus der Zeit um 1955, eine Kinderschreibmaschine von 1937 und die historische Schildkröt-Puppe „Bärbel“ von 1938. Diese stellte Brigitte Ihl aus Beetzendorf zusammen mit einer kleinen Geschichte zur Verfügung: Denn mit der Puppe, die sie von ihrer Großmutter geschenkt bekam, durfte nur in der Zeit vom 24. Dezember bis 1. Januar gespielt werden. Die übrige Zeit sollte das Kind besser arbeiten, als die Zeit beim Spielen zu vertrödeln. Aber jedes Jahr zu Weihnachten saß die Puppe wieder unter dem Baum. Die Firma Schildkröt gehört zu den ältesten Puppenherstellern, seit 1896 werden durchgehend bis heute Puppen angefertigt.

Zum Tag der offenen Tür am Ostersonnabend konnten die Heimatfreunde erstmals einen weiteren Raum ihrer Heimatstube zeigen. Er wurde dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt. Als Gegenleistung dafür werden die Heimatfreunde in die Sanierung des Raumes investieren. Da der Raum mit einem Schornstein ausgestattet ist, kann er beheizt werden. „Dann können wir auch mal im Winter einen Vortrag dort anbieten“, kündigte Doris Tepelmann an.

Erstmals präsentierten die Heimatfreunde am Sonnabend die zweibändige Chronik von Beetzendorf, die das Ehrenmitglied Christian Ludwig geschrieben hat. Bislang lag die Chronik nur digital vor. Nun hat der Verein sie ausdrucken und binden lassen, damit sie den Vereinsmitgliedern und weiteren Interessierten als Nachschlagewerk dienen kann. Überhaupt haben die Beetzendorfer Heimatfreunde ein großes Interesse an Literatur über ihren Ort und verfassen viele Bücher selbst. Das stellte der Büchertisch mit eigenen Werken einmal mehr unter Beweis.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare