Windpark: Anfrage im Landtag offenbart aber keine Verstöße

Bau des Windparks Jübar: Sorge um Fledermäuse

Der Windpark bei Jübar: Naturschützer sorgen sich um die regionale Fledermaus-Population. Gesetzliche Verstöße gab es bisher aber nicht.
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Der Windpark bei Jübar: Naturschützer sorgen sich um die regionale Fledermaus-Population. Gesetzliche Verstöße gab es bisher aber nicht.

Jübar / Drebenstedt – Zur Freude der Kommune, der Bauherren und des Betreibers ging der Bau des Windparks Jübar ohne Streitereien über die Bühne.

Doch nun gibt es bei Umweltschützern Sorge um Fledermäuse, die von den Rotorblättern der sechs Windräder erschlagen werden könnten.

Eine Kleine Anfrage im Landtag seitens des AfD-Abgeordneten Hannes Loth (landwirtschaftspolitischer Sprecher) erbrachte zwar keine Probleme, warf aber dennoch weitere Fragen auf. Laut Antwort der Landesregierung auf Loths Anfrage werden bei jeder Windenergieanlage die Betriebsparameter kontinuierlich aufgezeichnet und somit auch die Abschaltzeiten elektronisch dokumentiert. Der Altmarkkreis Salzwedel ist Überwachungsbehörde. Kontrollen erfolgen in unregelmäßigen Abständen oder anlassbezogen.

Auch wenn es dort laut Antwort der Landesregierung keine Verstöße gab, hakte Loth zu Details nach, denn im Untersuchungsbereich kommen folgende Fledermausarten vor: Mopsfledermaus, Großer Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus, Rauhautfledermaus, Große und Kleine Bartfledermaus sowie Fransenfledermaus. Mögliche Opfer der durch Rotorblätter erschlagenen Tiere werden nicht erfasst. Beim Windradbau wurden folgende Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen geschaffen: Nestschutz für Wiesenweihe in den Gemarkungen Jübar und Lüdelsen, Anlage einer Streuobstwiese in der Gemarkung Bornsen, Anlage einer artenreichen Blühfläche in der Gemarkung Abbendorf. Dennoch: Messungen zur Schallerzeugung gab es bislang im Umfeld des Windparks nicht.

Die Gutachten zum Schutz der Fledermäuse und Vögel wurden durch das Plan-Natura- Ingenieurbüro für Landschaftsentwicklung erstellt. Spezielle Abschaltzeiten für die sechs Windräder sind zum Schutz der Tiere zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober vorgesehen – in der Nachtzeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang bei geringen Windgeschwindigkeiten.

VON KAI ZUBER

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