Klaus-Dieter Jegg pflegt seinen Rauschebart seit 48 Jahren

Im Sommer fährt der Weihnachtsmann Bus

Etwas erkältet und ohne Engagement: Klaus-Dieter Jegg (74) aus Dähre sieht dem Weihnachtsmann zum Verwechseln ähnlich. Kürzlich zeigte er sich mit seiner Familie auf dem Dährer Weihnachtsmarkt. Fotos (3): Zuber
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Etwas erkältet und ohne Engagement: Klaus-Dieter Jegg (74) aus Dähre sieht dem Weihnachtsmann zum Verwechseln ähnlich. Kürzlich zeigte er sich mit seiner Familie auf dem Dährer Weihnachtsmarkt.

Dähre. Er ist etwas erkältet und bereits im Ruhestand: Der Dährer Weihnachtsmann Klaus-Dieter Jegg geht in diesem Jahr leider keinem Engagement nach.

Und das ist verwunderlich, denn Jegg bräuchte anders als die vielen Weihnachtsmann-Darsteller weltweit keine Minute in der Maske, um sich zurecht zu machen oder einen künstlichen Bart anzukleben. An Weihnachtsmann Jegg aus Dähre ist alles hundertprozentig echt. „Ich müsste mich nur kurz kämmen und schon könnte es eigentlich losgehen“, sagt der Mann mit dem weißen Rauschebart der AZ.

„Guten Tag, Herr Weihnachtsmann“, begrüßten einige Besucher den Mann mit Bart unlängst wieder auf dem Dährer Weihnachtsmarkt. Klar, dass er sich dort die Ehre geben musste. Keinesfalls wegen der ungewöhnlichen Anrede überrascht zeigte sich Klaus-Dieter Jegg und schmunzelt. Der 74-jährige Dährer ließ sich allerdings in „Zivil“ blicken. „Ich weiß schon Bescheid. Viele halten mich für den Weihnachtsmann. Das höre ich eigentlich öfter“, lacht der Senior, der lange Jahre als Kraftfahrer bei der PVGS in der Personenbeförderung gearbeitet hatte. Einmal sagte ein Kind mit Überzeugung: „Jetzt weiß ich endlich, was der Weihnachtsmann im Sommer macht – er fährt Bus.“ Doch bei Klaus-Dieter Jegg passt einfach alles: Sein dichter weißer Kräuselbart ist genau 48 Jahre alt und wird seit 1968 gehegt und gepflegt. „Mit nur wenigen kleinen Unterbrechungen“, wie der Dährer einräumt. Einmal wurde er als Reservist zur Armee eingezogen. Ein anderes Mal störte der Bart, als er nach Tschechien wollte und das Passbild im Ausweis etwas anders aussah. Doch bei aller Ähnlichkeit mit dem Original-Weihnachtsmann glaubt Klaus-Dieter Jegg nicht, dass er seinen Beruf als Kraftfahrer verfehlt hat: „Nur einmal im Jahr arbeiten – das ist nichts für mich. “, sagt der sympathische Bärtträger. Mittlerweile ist er, wie Knecht Ruprecht auch, in die Jahre gekommen und muss eine Brille tragen. Doch auch das lässt ihn nur noch authentischer erscheinen.

Er war sogar schon mal in der Heimat des echten Weihnachtsmannes in Lappland. „Die Gegend hat mir gut gefallen“, erzählt Jegg. Dennoch ist eines merkwürdig: Obwohl zur Weihnachtszeit vor allem Kindereinrichtungen händeringend nach einem geeigneten Hauptdarsteller in Rot suchen, hat sich bei Klaus-Dieter Jegg noch niemand mit einem solchen Anliegen gemeldet. „Ich bin jetzt wohl im Ruhestand. Aber immerhin glaubt meine Urenkelin, die neunjährige Pia, noch an den Weihnachtsmann“, lacht der Mann mit den roten Gesicht und den buschigen Augenbrauen.

Von Kai Zuber

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