Solarpark für Apenburg im Gemeinderat vorgestellt

„Ein Pilotprojekt für Deutschland“

Sebastian Seyfahrt von der Solar Provider Group vor dem Apenburger Gemeinderat
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Ein Solarprojekt für Apenburg stellte Sebastian Seyfahrt von der Solar Provider Group im jüngsten Gemeinderat des Fleckens Apenburg-Winterfeld vor. Das Besondere daran ist, dass die Flächen zum Großteil weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden könnten, weil die Abstände zwischen den Solarmodulen bis zu 14 Meter betragen.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Solarparks sind derzeit stark im Kommen, zumindest werden sie an vielen Standorten geplant. Oft auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, was für Kritik bei Anliegern sorgt. Sie wollen keine „blauen Meere“ in Sichtweite ihrer Häuser. Einen ganz anderen Weg geht das Unternehmen Solar Provider Group, nach eigener Aussage einer der Weltmarktführer bei der Lieferung und Entwicklung voll integrierter Solarenergieprojekte. Das Unternehmen entwickelt Solarparks, bei denen der Großteil der Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden kann. Ein Solarprojekt für Apenburg wurde bei der jüngsten Ratssitzung am Donnerstag, 27. Mai, vorgestellt.

„Es gibt eine Anfrage für einen Solarpark in Apenburg. Das wird Auswirkungen auf unsere gesamte Gemeinde haben. Einen Beschluss müssen wir dazu heute noch nicht fassen“, sprach Ninett Schneider, Bürgermeisterin des Fleckens Apenburg-Winterfeld, einige einleitende Worte zum Projekt.

„Es ist ein Vorschlag für einen Agri-Voltaik-Park, ein sehr neues Konzept“, erklärte Sebastian Seyfahrt von der Solar Provider Group. Das Besondere an dem Projekt sei, dass weiterhin auf dem Großteil der Fläche landwirtschaftliche Nutzung möglich sei. „Auf einem Maisfeld, auf dem eine Solaranlage von uns steht, wurden 80 Prozent des bisherigen Ertrages eingefahren“, erläuterte Seyfahrt. Dies erreiche man dadurch, dass der Abstand zwischen den Solarmodulen zehn bis 14 Meter betrage (statt sonst zwei bis sieben Meter). Zudem würde auf die lokale Artenvielfalt Rücksicht genommen werden, unter anderem durch das Anlegen von Streuobstgürteln an den Rändern des Parks, was auch als Sichtschutz diene. Laut Seyfahrt soll der Solarpark 14 MW Energie erzeugen. Der Solarpark soll auf Flächen des Gutes Apenburg errichtet werden. Dessen Eigentümer Paul-Werner von der Schulenburg erklärt: „Das ist ein Pilotprojekt in Deutschland, das gibt es in dieser Form noch nicht.“ Für den Solarpark am Ortsrand von Apenburg sei eine Fläche von insgesamt 20 Hektar vorgesehen. Paul-Werner von der Schulenburg lädt die Besitzer der angrenzenden Grundstücke (zusammen 7,2 Hektar) ein, sich am Projekt zu beteiligen.

Nach seiner Aussage können 75 Prozent der Fläche auch weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Dies sei möglich durch die größeren Abstände zwischen den Modulen gegenüber bisherigen Anlagen und dadurch, dass sich die Module zur Sonne neigen würden.

Was für den Eigentümer des Gutes Apenburg, einem Betrieb, der ökologische Landwirtschaft betreibt, ganz wichtig ist: „Für den Solarpark wird eine Gesellschaft in Apenburg gegründet, damit die Gewerbesteuer auch nach Apenburg fließt.“

Paul-Werner von der Schulenburg wies darauf hin, dass es sich vorerst um „erste Planungsüberlegungen“ handele. Wenn alles gut läuft, also der Gemeinderat und die Behörden das Projekt absegnen, könnte ab Ende 2022 der Baustart erfolgen. „Wir sind bereit, wir können in kurzer Zeit anfangen“, verdeutlichte von der Schulenburg.

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