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Solarparkvorhaben bei Nipkendey auf Bürgerversammlung vorgestellt

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Von: Christian Reuter

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Sie stellten das Solarparkvorhaben bei Nipkendey vor: Peter Ziegler (l.), Projektentwickler bei der Firma Lunaco GmbH, und Fred Neuling, Geschäftsführer der GbR Wallstawe. © Christian Reuter

In der Gemeinde Wallstawe gibt es bisher weder einen Windpark noch eine Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlage, umgangssprachlich auch Solarpark genannt. Dies soll sich nun ändern, denn bei Nipkendey ist auf einer Fläche von rund 33 Hektar eine PV-Anlage geplant (AZ berichtete). Das Vorhaben wurde am Mittwochabend, 12. Oktober, bei einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Ellenberg vorgestellt.

Ellenberg / Nipkendey. Der Solarpark soll auf bisher von der GbR Wallstawe landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen, die aber ohnehin zur Stilllegung vorgesehen sind, wie der Geschäftsführer Fred Neuling erklärte. Es handele sich um ein sehr steiniges Gelände mit unterdurchschnittlichen Bodenpunkten.

Gast der Bürgerversammlung war auch der Projektentwickler Peter Ziegler von der Firma Lunaco GmbH. Er wies in seinen Ausführungen erst einmal darauf hin, dass der Ausstieg aus der Atom- und der Kohleenergie bereits beschlossen seien. Dadurch und bedingt durch den Zuwachs an E-Autos benötige Deutschland viel Strom.

Bei der Windenergie gebe es nur begrenzte Möglichkeiten, um noch mehr zu produzieren. „Vor allem Repowering ist dort die Strategie, also das Ersetzen von alten kleinen Anlagen durch moderne höhere“, informierte Ziegler. Und fügte hinzu: „PV-Anlagen lassen sich schnell entwickeln, deshalb setzt die Bundesregierung darauf.“

Der Projektentwickler zählte etliche Vorteile auf, die eine solche Anlage habe. So habe der Boden 30 bis 40 Jahre Ruhe, wenn auf der Fläche Solarmodule stehen. Zudem werde Lebensraum für Kleintiere geschaffen. Der Stromertrag einer PV-Anlage sei außerdem 25 Mal höher als bei einer Biogasanlage. Die Gemeinde profitiere unter anderem durch die Gewerbesteuern und den Erlös aus der EEG-Umlage vom Solarpark.

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Zahlreiche Bürger, vor allem aus Nipkendey, waren zur Einwohnerversammlung ins Dorfgemeinschaftshaus in Ellenberg gekommen. © Christian Reuter

Die Bürger, die an der Versammlung teilnahmen, sprachen sich nicht generell gegen eine PV-Anlage auf einer Ackerfläche aus, wollen sie allerdings nicht vor ihrer Haustür haben. Zudem sorgte die Größe des geplanten Vorhabens für Bedenken. 33 Hektar seien dann doch sehr viel, mit der Hälfte könne sie leben, meinte etwa eine Einwohnerin aus Nipkendey, deren Haus nach jetziger Planung nur wenige Meter vom Solarpark entfernt stehen würde. Ziegler und Neuling betonten, dass sich die Planungen noch in einem frühen Stadium befänden und Änderungen noch möglich seien. Das ganze Projekt könne aber nicht infrage gestellt werden. „Es ist immer eine Kompromissfindung nötig“, stellte Neuling klar. Er wolle sich mit betroffenen Anwohnern vor Ort in Nipkendey treffen, „um eine Variantenlösung zu machen“.

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