Bürger wollen in Entscheidungsprozess einbezogen werden

Solarpark in Schmölau geplant

Solaranlage
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Auch für Schmölau bei Dähre ist ein Solarpark geplant. Die Einwohner befürchten, dass wertvolle Natur am Grünen Band zerstört werden könnte und wollen in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Projekte für Solarparks schießen derzeit auch in der Altmark fast wie Pilze aus dem Boden. Nun ist auch für das kleine Dorf Schmölau bei Dähre eine Fotovoltaikanlage geplant. Die Einwohner des Ortes sind nicht generell dagegen, befürchten aber, dass wertvolle Natur am Grünen Band zerstört werden könnte. Deshalb wollen die Bürger in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, war auf der jüngsten Dährer Gemeinderatssitzung am Montagabend, 30. August, zu erfahren.

„Ist es richtig, dass ein Investor in Schmölau eine Fotovoltaikanlage errichten will?“, wollte Fiona Alt aus Schmölau in der Einwohnerfragestunde wissen. „Ja“, bestätigte Dähres Bürgermeister Bernd Hane. Das Unternehmen wolle allerdings nicht nur in Schmölau, sondern auch noch in anderen Orten der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf Solarparks errichten. Es betreffe die Flächen von mehreren Landwirten in mehreren Orten der Verbandsgemeinde. „Deshalb soll es im Oktober eine Info-Veranstaltung mit den Bürgermeistern der Gemeinden und Vertretern der Firma geben. Wir wollen uns grundsätzlich über die Verfahrensweise verständigen“, informierte Hane.

Die Gemeinde Dähre wolle sich auch einen Rechtsbeistand holen. Eine Info-Veranstaltung für die Bürger sei hingegen erst einmal nicht vorgesehen, das Schmölauer Solarprojekt solle zunächst nur im Gemeinderat vorgestellt werden. Der Bürgermeister wies aber darauf hin, dass die Gemeinde noch die Planungshoheit habe und daher das Projekt anschieben würde. „Wir würden darauf drängen, dass es eine Info-Veranstaltung für die Bürger gibt“, betonte Hane.

Als er von dem Ansinnen der Firma erfahren habe, in Schmölau einen Solarpark bauen zu wollen, habe er sofort alle Ratsmitglieder informiert. Fiona Alt erklärte, sie sei zwar keine Sprecherin der Einwohner von Schmölau, gebe aber das „allgemeine Meinungsbild“ der Bürger wieder. Demnach sei die Mehrheit nicht generell gegen eine Fotovoltaikanlage. „Es kommt darauf an, wo die Flächen sind. Wir wollen das nicht mit Brachialgewalt verhindern“, sagte die Schmölauerin. Und fügte hinzu: „In Schmölau ist ein Kleinod am Grünen Band, das schützenswert ist. Wir hoffen, dass wir in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden.“

Bei der Firma, die in Schmölau einen Solarpark errichten will, handelt es sich um die Buß Solar GmbH mit Sitz in Borken (Nordrhein-Westfalen), wie Bernd Hane auf AZ-Nachfrage bestätigte. Das Unternehmen plant unter anderem auch schon in Altensalzwedel (VG Beetzendorf Diesdorf) und bei Maxdorf (Hansestadt Salzwedel) Solarparks. Auch in Apenburg soll ein Solarprojekt umgesetzt werden dort aber nicht von der Buß Solar, sondern von der Solar Provider Group.

Schmölau liegt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Heute befindet sich dort das Grüne Band, das als „Nationales Naturmonument“ unter Schutz gestellt worden ist.

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