Bürger können Anteile erwerben

Solarpark für Altensalzwedel vorgestellt

Luftbild von Altensalzwedel
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Ein Solarenergiepark soll in Altensalzwedel entstehen und direkt an die Ortschaft angrenzen (im Bild die freien Flächen auf der rechten Seite). Die Gemeinde Apenburg-Winterfeld und die Bürger könnten von dem Projekt profitieren, hieß es bei der Vorstellung am Dienstag, 29. Juni, im Gemeinderat.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Um die Energiewende voranzutreiben, wird in Deutschland verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt. In Altensalzwedel ist ein Solarenergiepark geplant, von dem die Gemeinde Apenburg-Winterfeld und die Bürger profitieren sollen. Das Projekt wurde auf der jüngsten Ratssitzung am Dienstag, 29. Juni, im Kulturhaus in Altensalzwedel vorgestellt.

„Vor ein paar Monaten ist die Firma Buß Solar an mich herangetreten, sie will bei uns Flächen für einen Solarpark in Altensalzwedel nutzen“, leitete die Bürgermeisterin Ninett Schneider den 9. Punkt auf der Tagesordnung ein. Ein Punkt, der für großes Interesse bei den Bürgern sorgte, denn etwa 20 Einwohner waren ins Kulturhaus gekommen.

Der Solarpark wurde von Andre Buß, Geschäftsführer der Buß Solar GmbH, und Amon Fässler, Projektmanager bei der Kraftwerk Renewable Power Solutions GmbH, vorgestellt. Die beiden Unternehmen arbeiten eng zusammen, wobei die Firma Kraftwerk für die Planung zuständig sei, wie Amon Fässler sagte.

Die Buß Solar GmbH habe bereits Flächen mit einer Größe von rund 22 Hektar in Altensalzwedel gepachtet, teilte Fässler mit. Diese Flächen, die im Süden und Westen direkt an den Ort grenzen, seien für den Solarpark vorgesehen. Der Park solle eine Leistung von 23 MW erzeugen, was dem jährlichen Strombedarf von 5.700 Vier-Personen-Haushalten entspreche. Die Fläche von 22 Hektar werde etwa zur Hälfte mit Solarmodulen bedeckt, wobei der Abstand zwischen den Reihen drei Meter betrage, erklärte der Projektmanager. Dadurch sei zwischen den Modulen auch das Halten von Schafen oder Bio-Legehennen möglich. Oder Imkerei, auf extra dafür angelegten Blühstreifen. „Das sollte vor Ort abgesprochen werden, welche Nutzung zwischen den Solarmodulen erwünscht ist“, sagte Buß. Die Anlage werde für mindestens 20 Jahre geplant, „30 Jahre wären uns aber lieber“, so Fässler. An den Rändern des Solarparks sind Hecken und Bäume als Sichtschutz vorgesehen.

Für den Betrieb der Anlage solle eine Betreiber GmbH vor Ort gegründet werden, damit die Gewerbesteuer auch im Ort bleibe. Zusätzlich werde die Gemeinde mit 0,13 Cent/kwh finanziell am Solarpark beteiligt. „Das ist ein Versprechen der Bus Solar an alle Gemeinden, eine Selbstverpflichtung zur Zahlung einer Außenbereichsabgabe“, betonte Buß. Die Gemeinde Apenburg-Winterfeld könne allein dadurch mit rund 30.000 Euro Einnahmen im Jahr rechnen.

Aber nicht nur die Gemeinde hätte nach Darstellung der Planer etwas vom Solarpark, sondern auch die Bürger: „Sie können kleine Anlagenanteile erwerben, um von der Rendite zu profitieren“, erläuterte Fässler. Und Buß ergänzte: „Wir gehen von 7,5 Prozent Bruttorendite im Jahr aus.“ Allerdings müsste jeder, der sich am Solarpark beteiligen wolle, mindestens 650 bis 700 Euro investieren. Bis der Park am Netz sei, werde es ab der Planung etwa zwei bis drei Jahre dauern, so Buß.

Die Bürgermeisterin sagte nach der Vorstellung des Projekts: „Wir müssen uns fachlich austauschen und im Rat verständigen, was wir wollen, auch im Komplex mit der in Apenburg geplanten Anlage.“

Ein älterer Bürger aus den Reihen der Einwohner meinte, Photovoltaikanlagen gehörten auf die Dächer und nicht auf landwirtschaftliche Flächen. „Wir haben nicht genügend Dachflächen. Wir werden landwirtschaftliche Flächen benötigen, um die Energiewende zu schaffen“, erwiderte Andre Buß.

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