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Solarpark bei Apenburg rückt näher

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Von: Christian Reuter

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Projektentwicklerin Liza Cornils von der Solar Provider Group stellte das Vorhaben für eine Agri-Photovoltaikanlage an der Cheinitzer Straße in Apenburg im Gemeinderat im Dorfgemeinschaftshaus in Recklingen vor. © Christian Reuter

Der Solarpark an der Cheinitzer Straße bei Apenburg rückt näher: Der Gemeinderat des Fleckens Apenburg-Winterfeld hat am Dienstagabend, 12. April, den entsprechenden Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan für Agri-Photovoltaikanlagen gefasst. Damit ist der erste Schritt für das Projekt, das von der Solar Provider Group mit Sitz in Leipzig umgesetzt werden soll, getan.

Recklingen. Wenn ein Fernsehsender zu einer Gemeinderatssitzung in die Altmark kommt, dann ist das schon etwas Besonderes. Am Dienstagabend, 12. April, war das in Recklingen der Fall, als der MDR im Dorfgemeinschaftshaus einen Bericht zum Thema Solarparks auf Ackerflächen drehte. Eigentlich stand der Punkt erst an elfter Stelle auf der Tagesordnung, aber aufgrund der Anwesenheit des Fernsehens und auch „zahlreicher Gäste“, bat die Bürgermeisterin Ninett Schneider darum, den Punkt an die dritte Stelle vorzuziehen, was der Rat auch annahm.

Schneider wies darauf hin, dass der Rat bereits eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit Anträgen von Solarparkbetreibern entwickelt habe. Von der Solar Provider Group war Liza Cornils nach Recklingen gekommen, um das Projekt vorzustellen. Die Agri-Photovoltaikanlage soll auf einer Fläche von maximal 34 Hektar an der Cheinitzer Straße in Apenburg entstehen. Aktuell seien 21 Hektar der Fläche gesichert. „Es handelt sich um ein Sonnen-Nachführ-System, die Module können vertikal aufgestellt werden“, erklärte die Projektentwicklerin. Das heißt, dass sich die Module im Tageslauf entsprechend dem Sonnenstand in ihrer Position verändern können. Dadurch sei eine optimale Nutzung der Solarenergie möglich. Die Anlage soll 20 Megawatt und damit Strom für 5.000 Haushalte liefern. Zwischen den einzelnen Modulreihen könne weiterhin Landwirtschaft betrieben werden.

„Wir möchten mit der Gemeinde zusammenarbeiten, die Wertschöpfung in der Gemeinde halten“, betonte Cornils. Dazu werde die Kommune neben der Gewerbesteuer, die aber erst nach einigen Jahren fließe, zusätzlich 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten.

Ratsherr Mark Wöllmann fragte: „Werden aus landwirtschaftlichen Flächen Industrieflächen, weil massenhaft Beton in die Erde kommt? Und wie sieht es mit dem Rückbau der Anlage aus?“ Es sei für alle PV-Anlagen vorgeschrieben, dass sie frühestens nach 30 Jahren zurückgebaut werden. „Da sind wir als Betreiber in der Pflicht“, erwiderte Cornils. Und durch die Anlage würden höchstens 20 Prozent zur Gewerbefläche, die restlichen 80 Prozent könnten weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. „Noch offene Fragen werden im weiteren Verfahren geklärt“, kündigte Cornils an.

Schließlich stimmten sieben Ratsmitglieder für den Beschluss, zwei enthielten sich. Der Film zum Apenburger Solarpark soll am Donnerstag, 14. April, ab 19 Uhr im MDR zu sehen sein, hieß es vor Ort.

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