Niedersachsen gewannen Orientierungsfahrt während des 15. Trabant-Treffens

Skandinavier lieben den Zweitakter-Benzingeruch

Die Salzwedeler Trabi- und IFA-Freunde organisierten das 15. Treffen am Ahlumer See. Die weitesten Anreisen hatten Liebhaber der Zweitakter aus Schweden, den Niederlanden sowie Norwegen. Trotz der Temperaturen von über 30 Grad kamen Gäste aus ganz Deutschland.

Ahlum. Skandinavier lieben den Zweitakter-Benzingeruch: Über 700 Kilometer Anfahrtsweg nahmen die Freunde von DDR-Fahrzeugen in Kauf, um am Wochenende beim 15. Trabant-Treffen am Ahlumer See dabei zu sein.

Während die Norweger mit einem Trabant Kombi 601 anreisten, fuhren die Schweden mit einem Wartburg in Ahlum vor. Doch nicht nur Skandinavier stellten ihre immer seltener werdenden Fahrzeuge aus. Auch aus den 450 Kilometer entfernten Holland war Erik Harderwijk mit seinen Mitstreitern in die Altmark gekommen.

Die Organisation der Veranstaltung lag wieder in den Händen der Salzwedeler Trabant- und IFA-Freunde. Das Team um Mathias Simon konnte insgesamt 49 Trabant sowie andere Automarken aus ganz Deutschland sowie Schweden, Norwegen und den Niederlanden begrüßen. Diesmal gab es keine Wertung für das schönste, älteste und gepflegteste Fahrzeug, sondern eine Orientierungsfahrt durch die Region. Von Ahlum ging es nach Beetzendorf, Apenburg, Neuendorf, Poppau, Bandau und wieder nach Ahlum zurück.

Während der 50 Kilometer langen Tour mussten die Fahrer und Beifahrer des DDR-Kultautos einige Aufgaben lösen. So sollten sie bei der Zielankunft am Ahlumer See ein gekochtes Ei vorlegen. Fast allen Teilnehmer ist das gelungen. „Wir haben uns diesmal für diese Form der Orientierungsfahrt entschieden, weil die Route schlecht ausgeschildert ist und mit der Eiaktion sollten die Teilnehmer Kontakt zu den Einwohnern der Region aufnehmen“, informierte Mathias Simon. Im Ziel mussten die Autofans dann noch in einem Beutel ertasten, welches der zehn Teile nicht zum Trabant gehört. Ein Motorhalter vom Wartburg war das falsche Ersatzstück. Am erfolgreichsten meisterten Tina und Matthias Dierks aus dem Heidekreis (Niedersachsen) mit ihrem zu DDR-Zeiten sehr beliebten Krause-Duo den Wettstreit. Die Holländer mit Wendy Boonhofer und Erik Harderwijk kamen mit ihrem Trabant auf dem Vizerang. Den Pokal für Platz drei konnten Markus Catterfeld und Daleen Dierks aus Nienburg (Niedersachsen) gewinnen. Bester Altmärker war Kai-Thomas Kmineck (Klötze) auf Rang 13.

Der Trabant, der in den Baureihen 500, 600, 601 und 1,1 mit 18, 20, 23 und 26 PS von 1957 bis 1991 in Zwickau mit über drei Millionen Fahrzeugen produziert wurde, ist nach wie vor sehr beliebt. Bundesweit sind noch insgesamt rund 32 500 Fahrzeuge zugelassen. In der Altmark existiert die „Rennpappe“ oder „überdachte Zündkerze“, wie sie im Volksmund auch bezeichnet wird, noch 250-mal. Eines der nicht alltäglichen Exemplare besitzt Dorothea Zimmermann aus Brietz. Ihr 500-Trabant wurde 1961 gebaut und war in Ahlum der älteste Zweitakter.

Von Henning Lehmann

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