Christfried Lenz von der BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“ äußert sich zu Atommüll

„Sicherheit für eine Million Jahre - lächerlich“

Zwischen Waddekath und dem Diesdorfer Forst Vier liegt die unterirdische Salzstock-Formation, die als möglicher Endlager-Kandidat gehandelt wird. 
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Zwischen Waddekath und dem Diesdorfer Forst Vier liegt die unterirdische Salzstock-Formation, die als möglicher Endlager-Kandidat gehandelt wird.

Waddekath – Für alle, die in Sachen Atommüll-Endlagerung bezüglich des Kandidaten gehandelten Diesdorfer Ortsteils Waddekath Fragen zum geologischen Untergrund haben, für die bietet der bergbaupolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Uwe Harms einen bereits vorbereiteten Vortrag an.

„In 45 Minuten ist alles erklärt, dass der Untergrund für ein Endlager völlig ungeeignet ist“, sagte Harms der AZ. Der Klötzer will mit seinen Fakten Bürger und Kommunalpolitiker gleichermaßen ansprechen. .

Derweil äußerte sich nun auch die Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ zum Thema Atommüll-Endlagerung in der Altmark. „Dass ausschließlich geologisch-wissenschaftliche Kriterien ausschlaggebend sein sollen – wie soll das gehen?“, fragt Dr. Christfried Lenz von der BI.

Christfried Lenz malt demnächst für Waddekath ein neues Schild.

Schon sei auch die Bevölkerungsdichte am potenziellen Standort als Kriterium in der Diskussion. Und die Wissenschaft selbst könne unmöglich Eindeutigkeit liefern. Geologie findet nicht im Labor mit genau definierten Bedingungen statt, sondern im Unterirdischen, argumentiert der Umweltaktivist. Dort spiele auch heute noch die alte Bergmannserfahrung „vor der Hacke ist es dunkel“ eine Rolle.

Die mit großem Aufwand verbreitete Behauptung, es sei möglich, eine Sicherheit für 1 Million Jahre zu schaffen, rückt laut Lenz die ganze Kampagne in eine Dimension der Unwahrheit. Denn eine solche Sicherheit gebe es nicht.

„Es ist hybrid, absurd, lächerlich. Man versucht, durch eine gigantomanische Aussage Eindruck zu schinden“, meint der Rittlebener in einem jüngst erschienenen Fachbeitrag im „PV-Magazin“. „Ein menschliches Bauwerk, das eine Million Jahre überdauern wird – Wow! Dagegen verblassen die ägyptischen Pyramiden“, meint Lenz ironisch.

Die Initiativen, die zwecks Verhinderung der Lagerung an der einen oder anderen Stelle demnächst vermutlich in Erscheinung treten werden, sollte laut Christfried Lenz eine sachliche Mitarbeit an der Standortfindung davon abhängig machen, dass die Bundesregierung ihre Energiepolitik umgehend den Notwendigkeiten des Klimaschutzes anpasst: „Das Vorhaben, die durch Atom- und Kohleausstieg entstehende Energielücke durch Erdgas-Importe zu schließen, muss sofort gecancelt werden“, meint der kleine, grauhaarige Mann von der BI.

Der Ausstieg aus den alten Energien mache nur Sinn, wenn die Lücke durch erneuerbare Energien geschlossen wird.

Der Atomausstieg läutet laut dem Rittlebener den Abschied von einer harten, natur- und lebensfeindlichen Epoche ein. Indem, deren tödliche Überreste zu Grabe getragen werden, entsteht Raum für neue Lebendigkeit. Erster und grundlegender Schritt in diese Richtung sei der Umstieg in die erneuerbaren Energien.

„Nur wenn sichergestellt ist, dass dieser bis 2030 umfassend vollzogen wird, kann mit der Bereitschaft der Bevölkerung gerechnet werden, eine mögliche Unschädlichmachung der Folgen der Sünden der Vergangenheit konstruktiv zu begleiten“, so Lenz.

Die Endlagersuche sei daher kein isoliertes Problem. Sie stehe im Kontext einer weltgeschichtlichen Umorientierung: Weg von der Profitmaximierung als oberstes Prinzip, hin zu einer Wirtschaftsweise im Sinn des Gemeinwohls, hieß es. VON KAI ZUBER

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