Alte Frachtstraße im Fokus / Bürger wollen ihre Region aufwerten

BI setzt Wegzeichen

+
Vertreter der Bürgerinitiative an einem aufgemöbelten Wegweiser-Stein an der alten Frachtstraße (v.r.): Kirsten Reinberger mit Sohn Luca, Heidemarie Korth, Kathleen Goedicke mit Tochter Hanna, Günther Korth, Janina Muchalski und Dajana Weidemann.

Neuekrug / Diesdorf. In Diesdorf ist eine Bürgerinitiative (BI) aktiv, die nicht gegen, sondern für etwas ist: Sie will die Frachtstraße in den touristischen Fokus rücken und damit die ganze Region aufwerten.

Laut BI ist die alte Frachtstraße von kulturhistorischer Bedeutung, da ihre Geschichte bis ins 14. / 15. Jahrhundert zurück reicht. Auch in der Zeit der Hanse habe sie eine wichtige Rolle gespielt; verband sie doch die Städte Magdeburg und Lüneburg miteinander. Die BI verweist insbesondere auf das Teilstück von Neuekrug durch den Wald in Richtung Schmölau und von dort weiterführend quer durch das so genannte „Grüne Band“, den ehemaligen Grenzstreifen, nach Niedersachsen. In diesem Gebiet sind sogar noch Wegespuren und Landwehren vorhanden.

„In Niedersachsen ist die Frachtstraße bereits fester Bestandteil im Tourismusführer „Zeitspuren, außerdem stehen dort Informationstafeln“, weiß Kirsten Reinberger, die stellvertretend für die BI während der jüngsten Gemeinderatssitzung in Diesdorf auf die Frachtstraßen-Initiative aufmerksam machte. Sieben BI-Mitglieder, der sich mittlerweile Einwohner aus sechs umliegenden Orten angeschlossen haben, hatten an der Sitzung teilgenommen und waren überrascht von der positiven Resonanz. So bekundete beispielsweise Daniel Rieck, Vorsitzender des Diesdorfer Bauausschusses, dass die Frachtstraße durchaus beim Ausbau der Rad- und Wanderwege berücksichtigt werden könne. Deutlich wurde aber auch, dass die touristische Vermarktung der Straße eine langwierige Angelegenheit ist, die auch Geld kostet. Rieck rief dazu auf, weitere Kleinode und sehenswerte Besonderheiten in der Region anzuzeigen.

Mit Dieter Leupold als Koordinator am „Grünen Band“ in Sachen Naturschutz hat die BI bereits Kontakt aufgenommen. Auch er begrüßt das Vorhaben und will es weiter voranbringen.

Grundsätzliches Anliegen der BI ist es, die Region um Diesdorf aufzuwerten. „Wir sind der Meinung, dass es so einige Dinge gibt, wo es sich lohnt, genauer hinzuschauen und diese hervorzuheben“, erklärt Kirsten Reinberger. Nicht grundlegend der Denkmalschutz sei für die BI von Bedeutung, sondern vielmehr „die In-Wert-Setzung unserer Region“. Man werde damit „nicht maßgeblich die Welt verändern, aber vielleicht kann darauf aufgebaut werden, um den Tourismus noch etwas anzuschubsen“. Gerade über Schmölau würden viele Wanderer und Radfahrer kommen, die aber aufgrund der schlechten Wege und mangelnden Beschilderung wieder umkehren, so die Erfahrungen der Bürgerinitiativler aus der Region.

Von Ulrike Meineke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.