„Können uns keine Lehrer backen“

Sekundarschule Dähre: Unterrichtsversorgung bleibt schlecht

Die Sekundarschule in Dähre hat immer noch zu wenig Lehrer. Die Unterrichtsversorgung liege zwischen 70 und 80 Prozent, sagte Schulleiterin Ines Kausch.
+
Die Sekundarschule in Dähre hat immer noch zu wenig Lehrer. Die Unterrichtsversorgung liege zwischen 70 und 80 Prozent, sagte Schulleiterin Ines Kausch.

Dähre – Die Unterrichtsversorgung an der Dährer Sekundarschule hat sich noch nicht entscheidend verbessert.

Sie liege derzeit zwischen 70 und 80 Prozent und damit nur wenige Prozent über dem absoluten Tiefpunkt von 68 Prozent zu Beginn des Schuljahres, sagte Schulleiterin Ines Kausch gestern auf AZ-Nachfrage.

Am Montagabend hatte sie im Bildungsausschuss des Altmarkkreises Salzwedel die Gelegenheit, ihre Schule den Ausschussmitgliedern und Gästen, darunter Jürgen Krampe, Referatsleiter im Landesschulamt, vorzustellen. Mit 186 Schülern (zum Halbjahr auch mal 190) sei es „eine relativ kleine Schule“.

Zum Personal gehören laut Kausch 13 Stammkräfte, zwei Gastlehrer und eine Lehrkraft, die stundenweise aus einer Förderschule kommt. Zu den Stammkräften zählen auch zwei Quereinsteiger, die seit Oktober bzw. November an der Bildungseinrichtung tätig sind. „Sie zeigen eine hohe Motivation und Einsatzbereitschaft“, lobte Ines Kausch ihre neuen Kollegen. Der eine Quereinsteiger kompensiere eine langzeiterkrankte Lehrerin, die demnächst in Rente gehe. Eine weitere Kollegin komme zwar aus der Elternzeit zurück, aber dafür gehe ihre Vertretung wieder, erklärte Kausch. „Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben“, stellte sie ernüchtert fest.

Die Sekundarschule versuche alles Mögliche, um neue Lehrer zu gewinnen. „Wir machen schon viel Außenwerbung. Und gerade die jüngeren Kollegen nutzen ihre Kontakte“, sagte Kausch. Denn vieles laufe über Mundpropaganda.

Um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, gebe es in Dähre auch Klassen mit 30 Schülern. Klassen zu teilen, gehe nur, wenn man es sich leisten könne.

Für die Sekundarschule würden sich auch keine Kollegen, die schon im Ruhestand sind, finden. Vielleicht könne man ja bei den Überstunden zu einer einfacheren Variante gelangen. Bisher sei es so, dass die Überstunden angesammelt würden und dann werde immer wieder neu über den Abbau bzw. die Bezahlung entschieden, erläuterte die Dährer Schulleiterin.

Jürgen Krampe, Referatsleiter für Unterrichtsversorgung und Statistik im Landesschulamt, äußerte sich auch zur Sekundarschule: „Dähre ist ein dramatischer Ausreißer nach unten gewesen. Das ist nicht akzeptabel“, sagte er zur Unterrichtsversorgung von nur 68 Prozent am Schuljahresbeginn. Aber: „Wir können wenig mit Abordnungen und Versetzungen machen.“

Landrat Michael Ziche erklärte: „Die Fehler sind in der Vergangenheit gemacht worden, im Personalentwicklungskonzept des Landes, das deutlich vor 2010 erstellt wurde.“

Die Schule in Dähre sei nicht sicher, weil es nur eine Ausnahmegenehmigung gebe. Der Altmarkkreis als Schulträger habe schon einiges gemacht, „aber wir werden die Lehrer nicht backen können. Wir können als Landkreis nicht die Zuständigkeit des Landes ersetzen“, betonte Ziche.

Er wünsche sich eine höhere Flexibilität im Dienstrecht. Denn dann könne man vielleicht Lehrer, die in andere Bundesländer weggegangen sind, wieder zurückholen. Der Altmarkkreis wolle einiges tun, allerdings werde es seine Zeit brauchen, sagte der Landrat Michael Ziche.

VON CHRISTIAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare