Dürre und Sauerstoff-Mangel machte 2018 Amphibien zu schaffen

Schwieriges Jahr für Lurche

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Der Bergmolch grub sich tief in den Schlamm ein.

Beetzendorf. Trockener Sandboden, mangelnde Niederschläge, wenige Feuchtgebiete und geeignete Rückzugs-Zonen – in der westlichen Altmark geht ein schwieriges Jahr für Amphibien zu Ende.

Dürre und Sauerstoff-Mangel machte 2018 Lurchen, Fröschen und diversen an nasse Standorte gewohnte Kriechtieren zu schaffen. Waldpädagoge Ralf Knapp aus dem Beetzendorfer Ortsteil Tangeln ist Experte für Amphibien und Reptilien.

Die Tümpel-Checker mit ihrem Leiter Ralf Knapp (r.) blicken auf ein schwieriges Jahr für Amphibien zurück.

Zwischen Arten-Rückgang, neuen Invasoren aus dem Tier- und Pflanzenreich und den wachsenden Herausforderungen des voranschreitenden Klimawandels samt Versteppung der Landschaft mussten sich bereits die Naturschützer in der westlichen Altmark befassen, als der Naturschutzbund (NABU-Kreisverband) eine erste Bilanz der vergangenen Monate zog. Doch auch die Amphibien haben laut Knapp bei Trockenheit ihre ganz besonderen Überlebensstrategien: „Die Tiere ziehen sich bei Trockenheit zunächst in den Schatten zurück, graben sich ein oder stellen bei Dürre ihre normale Aktivität fast gänzlich ein. So war das auch in diesem Sommer, wo die Bedingungen für Amphibien immer extremer wurden“, erklärt Knapp.

Beim Thema Naturschutz-Nachwuchs konnte der Hobbyfilmer, Förster und Kreis-Naturschutzbeauftragte gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Aniko Häder in der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf Erstaunliches erreichen. Beide hatten hier in der VG mit Erfolg die Schüler-Arbeitsgemeinschaft „Tümpel-Checker“ ins Leben gerufen, die sich vorrangig mit Amphibien beschäftigt.

Insgesamt sieben bis zehn Kinder gehören der Truppe derzeit an, die vom NABU und von der Stiftung Umwelt und Naturschutz Sachsen-Anhalt gefördert wird. Trotz der Trockenheit hatten die jungen Tümpel-Checker auch in diesem Jahr wieder ihre besonderen Aha-Erlebnisse an den Feuchtgebieten.

Dazu gehörte unter anderem die Expedition an die heimischen Tümpel bei Poppau, Sieben Linden und Saalfeld sowie die Feuersalamander-Erkundung bei Zichtau.

Von Kai Zuber

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