Baumstreit in Rohrberg: Wem gehört das Land, auf dem zwei Eichen standen?

Schulz gegen Schulz

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Nach dem Fällen wurden die umgelegten Eichen dokumentiert. Rohrbergs Bürgermeister Bernd-Heinrich Schulz sagt, sie standen auf Gemeindegrund, Fred Schulz aus Püggen hingegen betont, es sei sein Land gewesen und er habe das Recht dazu gehabt.

Rohrberg. Die Rohrberger sind baff: Am Steinbergweg im Ort hat ein zunächst Unbekannter zwei große Eichen gefällt – auf öffentlichem Grund, so Rohrbergs Bürgermeister Bernd-Heinrich Schulz. Und nicht nur das – nach dem Fällen verschwanden die beiden dicken Stämme.

Die Rohrberger wüssten natürlich gern, wer da so einfach Bäume, die ihrer Meinung nach der Gemeinde gehören, umlegt und vielleicht sogar zu Geld oder Wärme macht. „Der Sachverhalt wird geprüft“, sagte gestern auf AZ-Nachfrage Kreispressesprecherin Birgit Eurich. Die Angelegenheit liegt dem Umweltamt des Altmarkkreises vor, ebenso dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. Bisher ist allerdings noch nicht viel passiert, auch wenn die Bäume wohl schon im Februar gefällt wurden. Die Fotos stammen von Anfang März.

Und weg war die Eiche.

Für Bernd-Heinrich Schulz liegt glasklar eine illegale Baumfällung vor. Selbst wenn die Eichen auf Privatgrund gestanden hätten, wäre nach der Baumschutzsatzung der Gemeinde eine amtliche Erlaubnis vonnöten gewesen. Hinzu könnte noch Sachbeschädigung oder sogar Diebstahl kommen, gab gestern die Salzwedeler Kriminalpolizei Auskunft. Bei den Beamten wurde bisher keine Anzeige erstattet. Wer die Eichen gefällt und weggeschafft hat, war bis dato unbekannt. „Sachdienliche Hinweise werden erbeten“, sagt Rohrbergs Bürgermeister.

Die liefert hiermit die Altmark-Zeitung: Ein Telefonat mit Fred Schulz aus Püggen ergab gestern, dass er das Fällen beauftragt hat. Über die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Siedenlangenbeck. „Ich habe keinen Kettensägenschein und man muss sich ja an die Regeln halten“, betont er. Was aus den Bäumen wurde, wisse er nicht, das sei Angelegenheit der FBG. Trotzdem ist er sich keiner Schuld bewusst: „Bevor man etwas sagt, muss man sich den Grenzstein angucken“, und der stünde fünf Meter weiter. „Die Bäume gehen ihn (den Bürgermeister, d. Red.) doch nichts an, das sind meine.“ Er habe über das Katasteramt seinen Grund und Boden einmessen lassen, da habe er festgestellt, das seien seine Eichen, erklärte er. Da eine tot gewesen sei und die andere einen Blitzschlag hatte, habe er sie fällen lassen. Seiner Aussage nach habe bisher übrigens niemand gefragt, ob er die Bäume fällen ließ: „Sie sind der Erste, der deswegen anruft.“

Von Steffen Hamann

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