Mangelnde Unterstützung stößt auf Unverständnis

Schulscheune Hohengrieben: Verkauf im Gespräch

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Seit Jahren wollen die Bewohner des Diesdorfer Ortsteils Hohengrieben, dass die alte Schulscheune wiederaufgebaut wird. Denn: Es ist das erste Schulgebäude in der westlichen Altmark, welches nachweislich auf Anordnung Friedrich II. gebaut wurde.

Hohengrieben. Beim Projekt Schulscheune Hohengrieben ist nun offenbar auch der Verkauf des entsprechenden Grundstücks als Option im Gespräch.

Der Diesdorfer Ortsteil denkt bei dem Projekt zudem über eine Vereinsgründung nach, um so das ehrgeizige „Leader“-Förderprojekt noch zu retten. Denn: Der Verkauf des gemeindeeigenen Grundstücks mit der Schulscheune müsste zunächst an eine Privatperson erfolgen.

„Erst dann müssten wir Hohengriebener einen Verein gründen, der das Haus betreibt und nutzt“, erklärte Dr. Gerhard Schulz der AZ auf Anfrage. Schulz äußerte zudem sein Unverständnis über mangelnde Unterstützung des Schulprojektes seitens des Fleckens Diesdorf und forderte mehr Anerkennung der großen Eigeninitiative seitens der Hohengriebener Dorfgemeinschaft. Fraglich ist nun, wie ein möglicher Kaufvertrag für das Schulhaus-Grundstück aussehen soll.

Dr. Gerhard Schulz.

Laut Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß ist der Verkauf eine reale Option. „Ein Rückkaufsrecht soll aber nicht in den Vertrag eingearbeitet werden, wohl aber eine übliche Spekulationsklausel. Diese besagt, dass im Falle einer Weiterveräußerung des Grundstücks der Mehrbetrag an die Kommune abzuführen ist“, sagte der Ortschef. Laut Gerhard Schulz könnte so das über das europäische „Leader“-Förderprogramm eingereichte Projekt noch weitergeführt werden: „Die Projektverantwortlichen können ja wechseln, aber wir Hohengriebener müssten dann schnellstens einen gemeinnützigen Verein gründen, um in den Genuss der höchsten Förderquote zu kommen. Doch einen Verein gründen, das konnten wir ja wegen der vielen Unwägbarkeiten bislang gar nicht“, begründete der Hohengriebener.

Grundsätzlich fordert er, dass die Bedingungen für den Grundstücksverkauf zumutbar sein müssen. Das besondere Engagement für die Schulscheune hat aus Sicht der Hohengriebener Dorfgemeinschaft einen triftigen Grund, denn in der Tat ist das Schulhaus des „Alten Fritz“ eine bauhistorische Besonderheit. Es ist das erste Schulgebäude in der westlichen Altmark, welches nachweislich auf Anordnung des Preußenkönigs Friedrich II. gebaut wurde. Die Lehrer unterrichteten damals noch abwechselnd in den Häusern der Bauern. Das bestätigte im Vorfeld bereits der Jübarer Heimatforscher Hartmut Bock in seinem neuen Buch „Obrigkeit und Untertanen“. Fazit der Hohengriebener: „Dieses Einmalige wollen wir der Nachwelt erhalten“, so Gerhard Schulz.

Folgende Projektziele werden verfolgt: Wiederherstellung der historischen Bausubstanz in seiner ursprünglichen Struktur, Schaffung eines zentralen Treffpunktes für gemeinschaftliche Aktivitäten, Veranstaltungsort im Rahmen der Reihe „Kultur an besonderen Orten“, Infopunkt für touristische Routen durch die Altmark, Ort für generationsübergreifende Bildungs- und Förderveranstaltungen, Nutzung als Trauerhalle, Ausstellungsort, Dorfgemeinschaftshaus sowie zur Einbeziehung in das Konzept des seit vielen Jahren stattfindenden Hohengriebener Zelttanzes.

Dr. Gerhard Schulz: „Wir bleiben bei dem Projekt weiter am Ball und hoffen auch als Verein auf Unterstützung seitens der Gemeinde“. Das Schulscheunen-Projekt hat einen Umfang von rund 120 000 Euro. Bis zu 80 Prozent können gefördert werden. Die Projektkosten werden auf etwa 5000 Euro geschätzt, wovon den Hohengriebenern bereits 2000 Euro aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zur Verfügung stehen.

Von Kai Zuber

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