Albrecht Scotland aus Dähre sieht Wiederansiedelung des Raubtieres kritisch

Schäfer schnitzt den Wolf

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Der pensionierte Schäfermeister Albrecht Scotland (75) aus Dähre schnitzt derzeit einen Wolf. Dessen Wiedereinbürgerung sieht er jedoch kritisch.

Dähre. Schäfer und Wolf, das ist in etwa so eine Beziehung wie Hund und Katze. Freunde werden die beiden wohl nie. Entsprechend kritisch sieht der pensionierte Schäfermeister Albrecht Scotland aus Dähre auch die Bestrebungen zur Wiedereinbürgerung des Raubtiers.

„Was soll denn das? Der Wolf passt doch heute gar nicht mehr hier her“, poltert der Dährer in seiner direkten, aber ehrlichen Art.

Albrecht Scotland kennt sich mit der Thematik aus, beschäftigt sich wie kaum ein zweiter mit Wild, Natur und Landschaft. In eine echte Naturlandschaft mag der Wolf passen, wohl aber kaum in unsere zersiedelte mitteleuropäische Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts, so die Argumente des Schäfers. Der Dährer hat den Kontakt zu seinen Berufskollegen bis heute nicht verloren und trifft sich regelmäßig mit Schäfern und Schäfermeistern aus der Altmark. Natürlich ist der Wolf und seine wachsende Rudelzahl in Sachsen und Sachsen-Anhalt dann Standardthema. Doch all das hindert den 75-jährigen Dährer derzeit nicht, den Wolf im Rahmen seines Hobbys als Kunstschnitzer zu „bearbeiten“. Gerade schnitzt Albrecht Scotland einen Wolf - und nicht nur irgendeinen, sondern einen heulenden Wolf. In groben Zügen ist das Stück aus weichem Lindenholz bereits fertig und man erkennt darin schon den Isegrim. Doch Albrecht Scotland mangelt es bei all der Wolfsthematik nicht an Humor und er sagt einen passenden Spruch auf, der wohl auch auf das Leben im Allgemeinen oder die Politik gemünzt sei könnte: „Man muss so lange mit den Wölfen heulen, bis man sein Schäfchen im Trockenen hat.“ Ob dieser Spruch noch aus der Schäferszeit von Albrecht Scotland stammt, wo die „Herren der Wiese“ in freier Natur beim Hüten auch jede Menge Zeit zum nachdenken hatten, wollte der Dährer nicht verraten.

Von Kai Zuber

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