Gasheizung im Stapener Stall verboten / Kosten explodieren / Hans Thiele droht mit Schlachter

Saukalt? Landkreis fordert 15 Grad

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Sebastian Schneider versorgt seit Dezember die Schweine in Stapen.

Stapen. Hans Thiele, Kreisdezernent und zuständig für das Veterinäramt, sprach gestern Klartext. Grund waren die 135 Schweine vom Verein Rüsselheim in Stapen.

Zur Erinnerung: Familie Schmutzler hatte vor Silvester die Tiere aufgenommen, weil der Verein für diese dringend ein Bleibe suchte. Der Hof erwies sich als nur bedingt geeignet, was das Veterinäramt auf den Plan rief, das anwies, die Tiere müssten bis 2. Februar woanders untergebracht werden. Zwischen Familie Schmutzler und dem Verein gab es Spannungen, die mühsam gekittet wurden, bis hin zur Vertragskündigung und einer Schlägerei in Stapen mit aus Rheinland-Pfalz angereisten Vereinsmitgliedern. Von Vertragskündigung ist vorerst keine Rede mehr.

Gestern machte Hans Thiele seinem Unmut Luft: „Was diese angeblichen Tierschützer im Vorfeld durch Unkenntnis jeglicher Gesetze vermurkst haben, das wird und kann auch eine Behörde nicht richten“, hob er an. „Aus einer alten löchrigen Maschinenhalle macht man im Winter keinen wohligen Schweinestall“, kritisierte er. Zur Erinnerung: Ursprünglich war das Unterbringen von 30 Schweinen des Vereins in Stapen geplant, da es 140 wurden, kam als Notlösung die Halle ins Spiel.

Nun wurde gestern wieder Heizen angeordnet, so wie Tage zuvor – nur dass dann aus Brandschutzgründen die Gasheizung ausgestellt wurde. „Es ist ein Gebäude aus Holz mit viel Stroh“, erklärte Thiele, die Technik sei ungeeignet gewesen. „Wir haben heute verschiedenste Anordnungen getroffen“, berichtete der Kreisdezernent, auch weil der Stall vorn, ein Ex-Pferdestall, kalt sei. Unverzüglich sei die Temperatur auf 15 Grad zu erhöhen, so Thiele. „Es geht jetzt um dem Schutz der Tiere vor Ort. Ich kann keine Rücksicht auf Kosten nehmen“, erläuterte er. Auch die Futtermengen sind wegen der Kälte zu erhöhen.“ Und: „Meine Geduld ist am Ende, jetzt geht es nur noch um die Tiere.“ Deswegen habe er 3400 Euro Zwangsgelder angedroht. Mit unterschiedlichen Fristen. Thiele nachdrücklich: „Es reicht wirklich. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, der Landkreis würde die Tiere anderweitig gut unterbringen – nein“, betonte er. Im Gegenteil, er drohte gestern an, die Schweine „ihrer natürlichen Zweckbestimmung zuzuführen.“ Hans Thiele präzisierte: „Zum Schlachter.“ Er respektiere Veganer und Tierretter, „aber man muss dann auch die Gesetze beachten und auch andere Meinungen zulassen – wie zum Beispiel, was im Gesetz steht“, danach seien die Schweine landwirtschaftliche Nutztiere.

Von Steffen Hamann

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