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Sanierung in der Diesdorfer Klosterkirche in vollem Gange

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Von: Kai Zuber

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Einige Orgelteile liegen auf der Empore der Diesdorf Klosterkirche. Der Bereich ist für Besucher gesperrt, damit keines der unzähligen Teile verloren geht. © Zuber, Kai

Wird am Ende der aktuell laufenden Orgelsanierung in der Diesdorfer Klosterkirche eine der vielen Orgelpfeifen zur Wiederinbetriebnahme mit Wein gefüllt – oder doch besser mit dem leckeren Diesdorfer Whiskey?

Diesdorf – Über diese Frage muss Diesdorfs Pastor Ulrich Storck schmunzeln, denn eine Einweihung mit Wein war früher allgemein üblich. „Wir in Diesdorf halten es ja eher mit Whiskey, denn ein Fass Orgelwhiskey wurde ja schon produziert“, erinnert der Geistliche.

Aktueller Stand der Arbeiten: Die Sanierung der „Königin der Instrumente“ in der Diesdorfer Klosterkirche ist in vollem Gange. Doch das leere Orgel-Gerippe mitten auf der Empore füllt sich in den kommenden Wochen so langsam wieder mit gereinigten und instand gesetzten Pfeifen, wie Storck informierte. „Der technische Part der Orgelsanierung ist schon weit vorangeschritten. Nach und nach werden die Pfeifen eingesetzt, angefangen mit den sogenannten Prospektpfeifen. Im Moment ist unsere Orgel aber noch ein zahnloses Monster“, beschreibt der Pastor mit Blick auf die Empore.

Bis Ende des Jahres wird die Sanierung dauern, dann ist ein Orgelfest geplant, wo noch einmal die Bezugsscheininhaber des Diesdorfer Orgelwhiskey daran erinnert werden, dass ihr edler Tropfen nur noch etwa zwei weitere Jahre reifen muss. Falls noch Whisky zu haben ist, soll er für den guten Zweck an den Mann oder die Frau gebracht werden.

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Das Orgel-Gerippe in der Sanierungsphase: Besuchern der Diesdorfer Klosterkirche bietet sich aktuell das Bild eines „zahnlosen Monsters“ auf der Empore. © Zuber, Kai

„Mitte September ist dann eine Fahrt der Kirchengemeinde nach Meinersen geplant, wo in der Fachfirma von Amadeus Junker der musikalische Part der Diesdorfer Orgelsanierung über die Bühne geht. Dank der aus vielen Töpfen zusammengestellten Finanzierung mit einem Umfang von rund 134 000 Euro kann die Diesdorfer Orgelsanierung umgesetzt werden. Den technischen Part der Sanierung hat der erfahrene Orgelbaumeister Jörg Dutschke mit Firmensitz in Sienau übernommen.

Die Kirchengemeinde listete auf Anfrage der AZ die vielen Fördertöpfe auf, welche die Sanierung erst möglich machten: An erster Stelle stehen demnach Bundesfördermittel seitens der Staatsministerin der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 67 000 Euro (Denkmalschutzsonderprogramm) sowie weitere 20 000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt. Weitere Mittel kommen von der Rudolf-August-Oetker-Stiftung, der Hoffmann-Stiftung sowie der Stiftung „Orgelklang“. Den großen Fördertöpfen folgten viele Privatspenden, Benefizkonzerte und -aktionen wie die des Diesdorfer Orgelwhiskey der Mosterei Schulz.

Hintergrund: Zurück zum romantischen Klangbild

Nach 150 Jahren Orgelgeschichte stand eine grundhafte Sanierung des wertvollen Instrumentes an. Der ursprüngliche Klang soll damit wieder hergestellt werden. In den Jahren 1865 bis 1867 wurde die Orgel von dem bekannten Baumeister Carl Böttcher aus Magdeburg eingebaut. Seinerzeit hatte die Orgel einen romantischen Klang. Bei einer späteren Überarbeitung war dann wieder ein barocker Klang in Mode gekommen und man versuchte, dieses Klangbild in der Klosterkirche einzubauen, was allerdings nur sehr unzulänglich gelang. Nun soll also das ursprüngliche, romantische Klangbild wieder zurückgewonnen werden. zu

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