Amt war wieder da / Grünensprecher kritisiert Situation

Sabine Schmutzler: „Sind völlig überlastet“

Gestern wurde kontrolliert, wann die Wurmkur abgebaut ist. Foto: privat

ha Stapen. Erneuten Besuch vom Kreisveterinäramt hatte gestern Sabine Schmutzler in Stapen. Das Amt kontrollierte das Umsetzen der Auflagen, wie Dezernent Hans Thiele gestern auf AZ-Nachfrage erklärte.

„Es ist noch nicht so, wie wir uns das vorstellen, aber es ist etwas gemacht worden“, sagte er. So stünden die verlangten Futtertröge noch nicht, sie seien aber da. Die gestrige Veterinärvisite müsse noch genauer ausgewertet werden, vor allem warte man auf die Ergebnisse der Blutuntersuchungen der Vortage, sagte Hans Thiele.

Sabine Schmutzler berichtete gestern, „wir sind derzeit völlig überlastet, die zeitraubenden tierärztlichen Untersuchungen sowie die Kontrollen der Behörden, nebenbei 170 Tiere, davon 30 eigene, und Beschaffung von benötigten Materialien zur Ausführung der Auflagen“. Die mediale Unruhe mache ihnen die Arbeit auch nicht leichter. „Das tägliche Misten der 140 Tiere ohne Technik ist schon ein Vollzeitjob für zwei Personen, die zusätzlichen Aufgaben zu bewältigen, fällt da sehr schwer“, gab die Stapenerin zu. „Wir sind selbstverständlich bemüht, alle noch vorhandenen Punkte zu lösen, hoffen hierbei jedoch auf die bereits seit Tagen angeforderte Unterstützung durch den Verein Rüsselheim. Leider bleibt diese jedoch bislang aus“, bedauerte sie. Eine AZ-Nachfrage beim Verein, namentlich bei Doris Rauh, blieb gestern ohne Reaktion. Sabine Schmutzler macht sich nach dem erneuten Amtsbesuch noch mehr Sorgen um die Schweine: „Vorsorglich wurde auch schon geprüft, wann die Wurmkur abgebaut ist und frühstmöglich eine Schlachtung infrage käme“, sagte sie gestern Abend.

Christian Franke, Sprecher der Grünen im Altmarkkreis Salzwedel, äußerte sich zur Situation um die rund 130 Schweine in Stapen, welche von Tierfreunden vor der Schlachtung bei Augsburg in Bayern gerettet wurden: „Am Anfang waren wir optimistisch, dass es den Tieren in Stapen besser geht, da wir davon ausgingen, dass die von der Kreisverwaltung aufgezeigten Beanstandungen in Sicherheit und Haltung schnellstmöglich ausgeräumt werden“, sagte er. „Schnell zu behebende Missstände, wie das Vorhandensein von Futtertrögen, Desinfektionsmatten und Hinweisschilder, wurden leider nicht behoben. Zudem scheinen die Verantwortlichen mit der Situation, wie in Presseberichten zu lesen ist, überfordert. Eine weitere Verteilung der Schweine, ohne vorliegende Ergebnisse der Blutuntersuchung, ist sogar grob fahrlässig“, so der Grünensprecher. Nun gehe es darum, dass der Tierschutz nicht in ein falsches Licht gerät. „Dass gerade diese Tierretter nicht in der Lage sind, Tierschutzstandards einzuhalten, ärgert uns sehr. Auch unsere Geduld ist am Ende“, betonte Christian Franke. Das aktuelle Dilemma zeige deutlich, dass es mit der Massentierhaltung so nicht weitergehen könne. „Wir brauchen eine ökologische Agrarwende, um grausamen Haltungsbedingungen vorzubeugen, auch damit Tierbefreiungen nicht mehr stattfinden müssen. Die Agrarwende fängt bei jedem Verbraucher selbst an.“

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