Müll landet öfter im Straßengraben

Rund um Stöckheim: Illegale Abfallentsorgung nimmt in Corona-Krise zu

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Autoräder, Computermonitore, Mikrowellen – eine ganze Fuhre illegal entsorgten Müll hat Volker Senitz von der Deponie GmbH Altmarkkreis Salzwedel gestern aus dem Straßengraben kurz vor Stöckheim geholt.

Stöckheim – „Vermehrt fällt mir auf, dass zwischen Stöckheim und Nieps, von Stöckheim kommend 600 Meter nach dem Ortsausgang rechts, im Straßengraben illegal Elektromüll und anderer Müll abgeladen wird“, hatte Diana Rugies am 23. März unter „Sag‘s uns einfach“ an die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf gemeldet.

Auch mehrere Müllsäcke würden sich an der Straße befinden.

„Ich sammele aktiv schon genug Müll auf meinen Spaziergängen ein, säckeweise Plastik und Flaschen, aber diese riesigen Massen zwischen Stöckheim und Nieps schaffe ich leider nicht allein“, hatte Diana Rugies der Verwaltung mitgeteilt.

Und weiter: „Es wäre schön, wenn dieser Müll beseitigt werden würde, da die Altmarktour dort entlang führt und der Anblick von diversem Unrat nicht gerade einen schönen Eindruck hinterlassen würde. Immerhin wollen wir doch, dass die Urlauber eine gute Erinnerung von unserer schönen Altmark mit nach Hause nehmen und ihrer Familie und ihren Freunden davon erzählen.“ Bereits einen Tag später, am 24. März, war die Meldung „zuständigkeitshalber an das Umweltamt vom Altmarkkreis Salzwedel weitergeleitet“ worden, wie in der Antwort der VG zu lesen ist.

Gestern wurde der Müll beseitigt. Volker Senitz, Mitarbeiter der Deponie GmbH Altmarkkreis Salzwedel, holte eine ganze Fuhre an Unrat aus dem Straßengraben nahe Stöckheim: komplette Autoräder und jede Menge Elektroschrott wie ausgeschlachtete Computermonitore und Tastaturen sowie Mikrowellen. Zwei Plastiksäcke mit Tierabfällen will er heute noch abholen.

Bevor er nach Stöckheim gefahren war, hatte er bereits zwischen Ritze und Salzwedel alte Kanister aus Plastik eingesammelt. „Die illegale Müllentsorgung hat in der letzten Zeit zugenommen“, sagte Senitz. Jede Woche müssten er und seine Kollegen losfahren, um Unrat zu beseitigen. An vielen Stellen würden Leute einfach ihren Müll in der Natur abkippen, unter anderem auch an der Bahnstrecke von Salzwedel nach Uelzen, in der Nähe von Cheine.

„Gestattet sei der Hinweis, dass bei der Müllentsorgung momentan Prioritäten gesetzt werden müssen. Derzeit ist es noch wichtig, die regulären Touren zu fahren, um die Entsorgung zu sichern. Derzeit wird auch mehr Personal auf den Abfallwirtschaftshöfen benötigt“, informierte Birgit Eurich, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, auf AZ-Anfrage. Zusätzliche Entsorgungskosten würden zudem den Abfallgebührenhaushalt der Bürger des Altmarkkreises und damit die Allgemeinheit belasten.

VON CHRISTIAN REUTER

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