Landgasthof „Alter Bahnhof“ schließt dauerhaft die Türen

Rohrberger Gastwirt gibt auf

Landgasthof „Alter Bahnhof“ in Rohrberg
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Der Landgasthof „Alter Bahnhof“ in Rohrberg schließt wegen der Auswirkungen durch die Corona-Pandemie dauerhaft seine Türen. Der bisherige Pächter Michael Oertwig gibt das über die Grenzen der Gemeinde sehr beliebte Lokal auf. Er hofft aber darauf, dass eines Tages jemand das Restaurant fortführen wird.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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„Die Gaststätte ,Alter Bahnhof’ in Rohrberg wird für immer geschlossen“, war in der AZ am 16. Januar 2021 zu lesen. Was sich damals aber noch als Gerücht herausstellte, ist nun leider traurige Gewissheit: Der bisherige Pächter des Landgasthofs Michael Oertwig gibt auf. „Ich sehe für das Restaurant keine Zukunft mehr“, sagte er im Gespräch mit der Altmark-Zeitung.

Seit dem 2. November, also schon seit fünf Monaten, sei das Restaurant geschlossen. Nur durch das Auflösen von privatem Eigentum sei es Michael Oertwig möglich gewesen, Kredite und aufgelaufene Rechnungen zu begleichen und so eine Insolvenz abzuwenden. Aber: „Es fehlt noch immer an einer Öffnungsperspektive, zumal die Infektionszahlen wieder ansteigen. Und die Corona-Hilfsprogramme unserer Bundesregierung können weder von der Art noch vom Umfang her, wie sie geleistet werden, kein Jahr ohne Einnahmen kompensieren“, begründete der Pächter seinen Entschluss, das Lokal dauerhaft zu schließen.

Diese Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Er habe lange überlegt, viele Gespräche geführt und schlaflose Nächte verbracht. Michael Oertwig erinnert sich zurück: „Vor über einem Jahr begann die schwere Zeit: die Corona-Pandemie hat einen ungeahnten Einfluss auf unser aller Leben genommen.“ Bereits Mitte März 2020 habe es die ersten Einschränkungen im Restaurantbetrieb gegeben, kurz danach sei der erste Lockdown gefolgt, der „eine Art Schockstarre“ ausgelöst habe. Oertwig: „Seitdem haben mein Team und ich kaum noch ruhige Momente gehabt.“

Der Gastwirt habe seine Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken und sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten stunden müssen. Dann habe er am 22. Mai 2020, unter umfangreichen Auflagen, wieder öffnen dürfen. „Auch wenn die Stammkunden unser Angebot dankbar angenommen haben, hast es bis zum Herbst gedauert, bis die Umsatzzahlen wieder einigermaßen profitabel waren“, blickt Michael Oertwig zurück. Zu diesem Zeitpunkt seien jedoch die Stundungen vom ersten Lockdown ausgelaufen. „Die offenen Rechnungen mussten bezahlt werden, da hatte sich einiges angesammelt.“

Der Gastwirt habe sich an jeden Strohhalm geklammert, immer in der Hoffnung, die nächste Entscheidung der Politiker könnte eine positive sein. „Aber der Lockdown hält bis heute an“, zeigt sich Oertwig enttäuscht. Es sei für ihn ein schwerer Schritt, den Landgasthof nach mittlerweile 13 Jahren zu schließen. „Viel Freude, Herzblut und Arbeit habe ich, gemeinsam mit meinen Mitarbeitern, über Jahre in den alten Bahnhof investiert“, sagt der Gastwirt.

Bleiben die Türen des Landgasthofs nun für immer verschlossen? „Ich hoffe, dass es eines Tages jemanden gibt, der das Restaurant fortführt“, so Michael Oertwig.

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