Kalkulierte Baukosten von 200 000 Euro werden wohl nicht reichen / Fertigstellung unter Umständen erst 2019

Rohrberger Kirchendach stärker befallen

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Im Innerern des Dachstuhls laufen die Arbeiten. Die neuen Balken aus Nadelholz sind gut zu erkennen. Der Schwammbefall war so stark, dass die ganze Baumaßnahme unumgänglich war.

Rohrberg. Das Dach der Kirche in Rohrberg wird seit einigen Monaten gründlich saniert. Die Arbeiten zeigen aber auch: Es wird länger dauern als bisher gedacht. „Der Holzschwammbefall ist doch weitreichender als angenommen. Es werden mehr Arbeiten nötig sein.

Auch das Mauerwerk am Dachstuhl weist größere Schäden auf, die im Zuge der Sanierungsarbeiten beseitigt werden müssen.

Alles andere verzögert sich dadurch. Die Kirche kann noch länger nicht genutzt werden“, fasst Gemeindepastor Gottfried Vogel die Situation im Gespräch mit der Altmark-Zeitung zusammen. Er wird präziser in seinen Ausführungen: „Der Fertigstellungstermin im Herbst kann nach aktuellem Stand nicht gehalten werden und verzögert sich unter Umständen bis ins neue Jahr.“

Die Rohrberger Kirche ist seit einigen Monaten nicht nutzbar. Veranstaltungen finden seitdem im nahegelegenen Pfarrhaus oder benachbarten Gotteshäusern statt.

Für den Schwammbefall seien mehrere Faktoren verantwortlich, erläutert Vogel. Das Klima in der Kirche und der Dreck im Dachstuhl – da entwickele sich schnell etwas. Durch Schutt habe es lange Zeit keine gute Lüftung gegeben und der Schwamm konnte wachsen. Das gelte auch für das Mauerwerk im Dach, das dadurch ebenfalls bearbeitet werden müsse.

Mitte Mai wurden mit einem Kran bereits 15 neue Balken für das Querschiff eingesetzt.

Mitte April wurden mit einem Kran bereits die 15 Balken im Querschiff ausgewechselt (die AZ berichtete). Sieben Balken im Längsschiff folgen demnächst. „Bei den Balken handelt es sich um Nadelholz“, erklärt der verantwortliche Zimmermannmeister Stefan Michee. Ihn habe der starke Schwammbefall nicht so überrascht. „Für das Alter der Kirche ist das eigentlich normal, das hatte ich schon fast erwartet“, so Michee.

Einige Stufen der Treppe zum Glockenturm wurden erneuert.

Durch sogenannte Sperrschichten soll das Wachstumsklima für den Schwamm verhindert werden. Zudem stehen neue Verputzungs- und zusätzliche Malerarbeiten an. Die Kalkulation für das Sanieren des Kirchendaches beläuft sich auf 200 000 Euro. „Das wird aber wohl nicht reichen hinsichtlich der zusätzlichen Aufgaben“, befürchtet Vogel. Kostenträger dieser Maßnahme sind neben dem Kirchenkreis und der Landeskirche auch die Gemeinde Rohrberg, die Stiftung KiBa (Kirchenbau) und die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt.

Um die Kirchenuhr, die im Zuge der Bauarbeiten vernachlässigt wurde, werde sich ganz zum Schluss gekümmert, konkretisiert Vogel. Die Farbe der Uhr hatte sich im März durch die Witterung mit Kälte, Wind und Feuchtigkeit gelöst. Darüber hinaus soll die Uhr dann auch wieder auf die richtige Zeit eingestellt werden, so Vogel abschließend.

Von Stefan Wasinski

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