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Rohrberger Bürgermeister Bernd Schulz tritt zur Wahl nicht mehr an

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Von: Christian Reuter

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Der Rohrberger Bürgermeister Bernd Schulz tritt zur Wahl am 16. Oktober nicht mehr an. Er verzichtet damit auf eine dritte Amtszeit. © Christian Reuter

Der Rohrberger Bürgermeister Bernd Schulz wird zur Wahl eines neuen Ortsvorstehers am 16. Oktober nicht mehr antreten. Schulz leitet die Geschicke der Gemeinde seit 14 Jahren und verzichtet nun auf eine dritte Amtszeit, wie er am Dienstag, 6. September, in einem Pressegespräch überraschend verkündete.

Rohrberg. „Ich habe mich dazu entschlossen, keine dritte Amtszeit mehr abzulegen“, sagte Schulz. Er habe dies bereits am Montag, 5. September, dem Gemeinderat und der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf mitgeteilt.

Er gehe nun an die Öffentlichkeit, damit potenzielle Bewerber noch Zeit haben, um sich zu bewerben. Abgabeschluss für die Bewerbungsunterlagen sei am 20. September, informierte der Rohrberger Bürgermeister.

„Ich hätte es gerne zu Ende gebracht“

Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, „ich hätte es gerne zu Ende gebracht“. Damit meinte Schulz bereits geplante Vorhaben wie das Ärztehaus und das Baugebiet. „Es fühlt sich für mich nicht gut an, der Zeitpunkt der Wahl ist ungünstig, was die angeschobenen Projekte angeht.“

Aber: „Ich musste privat viel zurückstecken in den letzten Jahren, weil ich mich dem Amt verpflichtet gefühlt habe“, erklärte Schulz. Dass dies nicht immer ganz einfach gewesen sein muss, verdeutlicht die folgende Bemerkung des Bürgermeisters: „Eine Zeit lang war ich gefühlt für viele nur noch der Fußabtreter.“

Zum Privatleben von Bernd Schulz gehört, dass er einen Sohn und zwei Enkelkinder hat, dazu seine 82-jährige Mutter („sie sitzt auf einem riesigen Grundstück“). Zudem sei er nach wie vor im Angestelltenverhältnis tätig. Auch das Alter habe eine Rolle gespielt bei seinem Entschluss, nicht mehr zur Wahl anzutreten. Bernd Schulz ist jetzt 63 Jahre alt, „und sieben Jahre, so lange dauert eine Amtsperiode, sind eine lange Zeit“, betonte der Bürgermeister, der noch bis zum 6. Januar 2023 im Amt bleibt. „Bis dahin werde ich mich nach Kräften bemühen, die Gemeinde weiter voranzubringen.“

Bernd Schulz habe sich schon vor zwei Jahren Gedanken gemacht, wer sein Nachfolger werden könnte. Zu diesem Zeitpunkt habe er mit seinem Stellvertreter Heiko Meyer gesprochen. „Damals hatte er signalisiert, dass er sich das vorstellen könne. Das ist jetzt nicht mehr so“, erklärte Schulz.

„In zwei Jahren hat sich viel geändert“

Heiko Meyer sagte dazu: „In zwei Jahren hat sich viel geändert.“ Der Bürgermeister habe einiges angeschoben. „Ich würde es zeitlich nicht schaffen“, räumte Meyer ein und verwies auf seine Mitgliedschaft im Verein Junge Archäologen der Altmark sowie zwei weitere Ehrenämter. Einen Beruf übe er außerdem noch aus. Er sei seit 28 Jahren im Gemeinderat, aber die vergangenen zwei Jahre seien „doch sehr anstrengend“ gewesen.

Von der Entscheidung von Bernd Schulz „völlig überrascht“ zeigte sich auch die Ratsfrau Silke Niebur, die neben dem Bürgermeister und Meyer ebenfalls am Pressegespräch teilnahm. Auch sie empfinde die Arbeit im Rat inzwischen als anstrengend. „Wir müssen mehr miteinander reden und nicht übereinander“, sagte Niebur.

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