Mauer-Erhalt bleibt Hauptziel von Burgvoigt Peter Kintzel

Achtung, Risse in der Apenburg

Totenkopf
+
Dieses Warnschild an der alten Burg in Apenburg soll auf die Mauerschäden aufmerksam machen.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
    schließen

Ein Totenkopf-Schild warnt an der zum Teil noch maroden Mauer der alten Burg in Apenburg. „Der Durchgang hier ist gefährlich, weil die Burgmauer noch weiter gesichert und saniert werden muss“, erklärt Hobby-Burgvoigt Peter Kintzel. Risse ziehen sich quer durch das Gemäuer. „Der Mauer-Erhalt bleibt daher auch in den kommenden Jahren unser Hauptziel“, so der Apenburger von der Arbeitsgruppe „Alte Burg“.

Apenburg - Doch das ist längst nicht alles, denn auch der Turm, so massiv und wuchtig er von Weitem auch aussehen mag, braucht ständige Wartung. Die Steine der Zinnen auf ihren sicheren Sitz hin zu kontrollieren und für reibungslosen Abfluss des Regenwassers auf dem Dach zu sorgen – das gehört zu den regelmäßigen Aufgaben von Kintzels Mitstreitern. Immerhin sind sie ehrenamtlich tätig. Die Burg selbst gehört der Gemeinde Apenburg-Winterfeld. Mit einem Superlativ kann die alte Burg zu Apenburg aufwarten: Der Turm ist die höchste begehbare Aussichtsplattform in der Region der nördlichen Altmark.

Rund 25 Meter hoch ist der Turm. Genau 22,70 Meter beträgt die Höhe von den Zinnen bis zur Eingangstreppe. Insgesamt 27 Zinnen gibt es oben in luftiger Höhe.

Ein Lehen als Dank für geleistete Dienste

Im Mittelalter stand am Rande des etwa 1000 Quadratmeter großen Innenhofes ein Schloss, welches jedoch im 17. Jahrhundert baufällig wurde und später abgetragen werden musste. Beeindruckend sind auch die dicken Mauern der Burg, die etwa sechs Meter hoch sind. Heute beherbergen sie eine alte Begräbnisstätte der Familie von der Schulenburg sowie eine kleine Kapelle.

Im Jahre 1351 belehnte der Markgraf von Brandenburg die Familie von der Schulenburg als Dank für geleistete Dienste unter anderem mit dem Städtchen Apenburg. Zugleich erhielt die Familie die Erlaubnis, eine Burg zu bauen. Dies geschah in den folgenden Jahren gegen den anfänglichen Widerstand der altmärkischen Städte.

Die Burg diente nie ihrem eigentlich kriegerischen Zweck, erfuhr bis in das 16. Jahrhundert etliche Umbauten und verfiel danach weitgehend. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie durch die Schulenburgs entkernt, der Turm restauriert. Von 1860 bis 1945 diente der Innenhof als Familienfriedhof, wovon noch etliche Grabsteine zeugen. Der Verfall der Anlage wurde seit 1986 durch eine Gruppe engagierter Apenburger Bürger verhindert.

Der Apenburger Günter Schröder hat die Geschichte der Burg recherchiert. Die Geschichte der Altmark und damit Apenburgs sowie seiner Zerstörung im Jahre 1343 ist laut dem pensionierten Lehrer eng mit der Geschichte der Mark Brandenburg verbunden. Die Gebiete der späteren Mark Brandenburg wurden nach einem Übereinkommen mit Kaiser Karl, dem Großen von Slawen bewohnt. Später kam es zu Spannungen, als die Slawen die Bistümer Brandenburg und Havelberg zerstörten.

Strategischer Posten in der Purnitz-Niederung

Es folgte eine über 150-jährige Phase wechselseitiger Eroberungen und Einflussnahmen, wobei Apenburg eine strategische Bedeutung in der Purnitz-Niederung hatte.

Die Arbeitsgruppe „Alte Burg“ und durch Fördermittel gestützte Reparaturen brachten die Alte Burg in einen Zustand, dass diese heute zu einem Platz für Veranstaltungen geworden ist. „Dass dies in Zukunft so bleibt, daran arbeiten wir ständig“, so Kintzel. Nach den Behinderungen durch brütende Vögel im vergangenen Jahr sollen in dieser Saison auch wieder Turmaufstiege möglich sein. „Allerdings in überschaubaren Dimensionen – erstens wegen Corona und zweitens, um die Tiere bei der Aufzucht der Jungen nicht zu stören“, erklärt der Apenburger. (Von Kai Zuber=

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare