Viele Gebiete mit unklarem Status: Monitoring-Team setzt verstärkt auf Fotofallen

Rund um Beetzendorf: Region von Wolfsrudeln umgeben

Aufgrund mehrerer Suchräume mit unklarem Status setzen die Forscher verstärkt auf Fotofallen.
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Aufgrund mehrerer Suchräume mit unklarem Status setzen die Forscher verstärkt auf Fotofallen.

Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten vor allem bei Bewegungsjagden in der westlichen Altmark zu Wolfssichtungen. Erst vor wenigen Tagen wurden wieder drei Wölfe bei einer Drückjagd nahe Apenburg von Treibern gemeldet (wir berichteten).

Beetzendorf – Zudem häufen sich Meldungen von Wolfsrissen und Sichtungen durch die Bevölkerung. Laut aktuellem Wolfsmonitoring-Bericht des Wolfskompetenzzentrums Iden unter der Redaktion von Monitoring-Fachfrau Antje Weber ist das Areal der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf von mehreren bestätigten Wolfsrudeln umgeben.

Sichtungen und Risse, aber noch kein Rudel?

Doch nach dem neuesten Bericht gibt es offenbar bislang noch keinen konkreten Verweis auf ein Rudel zwischen Waddekath und Winterfeld, was vor allem Jäger als Kenner der Materie verwundert. Als bestätigte Rudelterritorien im Umfeld der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf nennt Antje Weber erstens die Altmärkische Höhe. Das Gebiet ist laut Bericht dem grenzübergreifenden Territorium Gartow (Niedersachsen) direkt benachbart. Neben den beiden Waldgebieten Neulinger Forst und Seehäuser Stadtwald östlich des Arendsees ist eine südliche Ausdehnung bis zum Vienauer Werder möglich. Das Territorium konnte trotz intensiven Monitorings nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden und musste deshalb immer als Gebiet mit „Status unklar“ geführt werden.

Aus Wolfspaaren werden rasch neue Rudel

Weitere Rudelgebiete im Umfeld der Verbandsgemeinde gibt es derzeit im Zichtauer und Klötzer Forst, bei Tangerhütte, in der Colbitz-Letzlinger Heide, nahe Ehra-Lessien sowie bei Gartow.

Es sei erkennbar, dass sich im Monitoringjahr 2019 / 20 im Vergleich zum Vorjahr im Land aus fünf Paar- nun Rudelterritorien entwickelt haben und sich nur ein neues Paarterritorium etablieren konnte, heißt es im aktuellen Wolfsmonitoring-Bericht.

Im Durchschnitt etablieren sich statistisch pro Jahr bislang 1,8 neue Territorien. Beim Monitoring wurden in den 21 bestätigten Territorien mindestens 43 dieser erwachsenen, potenziell reproduktionsfähigen Tiere gezählt, von denen 36 Welpen aufgezogen haben (18 Rudel mit Reproduktionsnachweis).

In den vier grenzübergreifenden Rudeln leben acht weitere erwachsene Wölfe in vier Territorien. Von den Jungwölfen verblieben in den Territorien Sachsen-Anhalts mindestens 27. Insgesamt wurden 61 Welpen in Sachsen-Anhalt geboren, von denen aber sieben noch im vergangenen Jahr verstarben, sodass letztlich 54 Welpen erfolgreich aufgezogen wurden. Außerdem wurden gemäß Wolfskompetenzzentrum weitere 13 Welpen in den grenzübergreifenden Territorien geboren. Insgesamt wurden mindestens 134 Wölfe in Sachsen-Anhalt gezählt.

Datenschutz muss bei Monitoring eingehalten werden

Wegen mehrerer Suchräume mit unklarem Status setzen die Forscher bei der Bestandszählung verstärkt auf Fotofallen. „Diese sind für uns ein unverzichtbares Mittel und werden intensiv eingesetzt. Dazu benötigen wir jedoch das Einverständnis des Grundstückseigentümers wegen des Datenschutzes. Sind auf den Fotos Personen abgebildet, werden diese umgehend gelöscht“, erklärte Andreas Berbig, Chef des Kompetenzzentrums Iden. (VON KAI ZUBER)

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