Apenburg: Bürgermeister Harald Josten und Ratsmitglied Peter Warlich stehen zum Bodenordnungsverfahren

„Quantensprung für die Gemeinde“

Peter Warlich

ha Apenburg. Peter Warlich, Gemeinderatsmitglied von Apenburg-Winterfeld, nimmt Stellung zum Leserbrief von Joachim Rieseberg aus Apenburg.

Er hatte die 90-prozentige Förderung (vom Rest will noch die Gemeinde die Hälfte übernehmen) für das angestrebte Bodenordnungsverfahren bezweifelt. Außerdem sei die Anzahl der Wege ausreichend, wenn auch der Zustand meist schlecht wäre, so Joachim Rieseberg.

Peter Warlich: „Der Gemeinderat steht voll hinter dem Bodenordnungsverfahren, es ist wirklich ein Quantensprung für die Gemeinde.“ Außerdem kämen die Förderungszusagen aus Brüssel, also von der EU, „die liegen ja vor“, so Peter Warlich. Der Gemeinderat sehe folgende Vorteile: Das landwirtschaftliche Wegenetz werde ausgebaut. Das diene allen Eigentümern und auch dem Tourismus. Stauanlagen oder Gräben würden nach Bedarf erneuert oder zurückgebaut oder der Verlauf angepasst, was zur Verminderung von Wasser- und Trockenschäden führen könne, betont Agrarfachmann Warlich. Eine ortsnahe Brücke zu den Gartenanlagen, Fischteichen und den Waldstücken soll erneuert werden. Insgesamt würden die Wegeverbindungen in der Gemeinde erheblich verbessert.

Laut Gemeinderat ergeben sich deutliche Vorteile für die Flächeneigentümer: Durch das Zusammenlegen von bislang oft weit verstreuten Flächen und einer Neuvermessung und einer Neuvermarkung erhielten Flächen einen besseren Zuschnitt und erführen dadurch eine erhebliche Wertsteigerung, die der Gemeinderat auf rund 20 Prozent prognostiziert. Jedes Eigentum sei dann über Wege erreichbar. Landwirte könnten auf ihrem Eigentum selbst wirtschaften, der Flächentausch werde erheblich vereinfacht und vermindert, schätzt Peter Warlich ein.

Durch den Wegeausbau würden die Maschinen- und Arbeitskosten nachweislich reduziert. Das schaffe weitere wirtschaftliche Spielräume für die Betriebe. Die Investitionen der gesamten Maßnahme sind laut Gemeinderat auf ca. 3,1 Millionen Euro veranschlagt. Davon übernehmen, so Bürgermeister Harald Josten, EU, der Bund und das Land 90 Prozent. Von den verbleibenden Kosten wird die Gemeinde Apenburg-Winterfeld die Hälfte übernehmen. Den restlichen Betrag der Landeigentümer beziffert Harald Josten auf „maximal 100 Euro pro Hektar, zahlbar in drei Jahresraten, vermutlich beginnend ab 2015.“ Eventuelle Kostensteigerungen der kommenden Jahre seien in diesen Berechnungen berücksichtigt worden.

Fazit: „Würden wir diese Chance nicht wahrnehmen, müsste die Gemeinde wesentlich mehr Mittel nur für die Instandhaltung des bestehenden Wegenetzes aufbringen, als der vom Gemeinderat beschlossene Anteil an den Gesamtkosten, ohne an Grundsanierungen von Brücken, Wegen und Gräben überhaupt denken zu können. In diesem Sinne sollten alle Eigentümer ihre Haltung zum Verfahren überdenken und sich im Interesse der Gemeinschaft dafür aussprechen.“

Am heutigen Montag findet ab 19 Uhr im Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung statt, in der vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark (ALFF) und von einem beauftragten Planungsbüro über das Bodenordnungsverfahren informiert wird. Die Kritiker des Verfahrens haben ebenfalls ihr Erscheinen angekündigt.

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