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„Ich hab´s dem kleinen Anton doch versprochen“

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Von: Kai Zuber

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Ein älterer Mann sitzt in seiner Hobbywerkstatt an einem Basteltisch und baut eine Modellbahnanlage auf.
Der Apenburger Modelleisenbahn-Tüftler Andreas Schwieger lässt pünktlich zum Advent mit seinen kleinen Zügen im Schaufenster die Kinderherzen höherschlagen – auf Knopfdruck. © Kai Zuber

Die kleine TT-Schaufenster-Eisenbahn in Apenburg ist bereit zur großen Fahrt durch den Advent. „Nun ist es wieder geschafft, die Bahn pünktlich zum 1. Dezember wieder fahrbereit zu bekommen. Das hab´ ich doch dem kleinen Anton aus der Gartenstraße versprechen müssen“, freut sich der Apenburger Tüftler Andreas Schwieger. Einen ganzen Tag lang, von 9 Uhr bis 20.30 Uhr fast nonstop, hat er dafür auf den Knien gelegen.

Apenburg – Es ging darum, die vielen, in den einzelnen Kartons verborgenen Schätze zu „heben“ und der ebenso vielen Reparaturen Herr zu werden, bis alles perfekt war. „Es geht ja bei diesem Dauerbetrieb wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit auch so einiges kaputt, doch mein Hobby hat sich herumgesprochen. Und so wird mir viel Ersatz-Material angeboten, sicherlich auch in dem Wissen, dass mit diesem Angebot auch zahlreiche Kinderherzen höherschlagen“, erklärt der Senior, der sich immer auch ein Kinderherz bewahrt hat. Sein Hobby läuft sicher ein wenig gegen den Trend, denn aktuell legt der Weihnachtsmann wohl eher Elektronik und Computerspiele unter den Baum. Und wie kommt Andreas Schwiegers Modelleisenbahn ans Laufen? Ganz einfach: Der Startknopf außen rechts unten vor dem Schaufenster der ehemaligen HO-Verkaufsstelle in Apenburg ist bekannt. Einmal drücken, und die Bahn zieht etwa dreieinhalb Minuten lang ihre Kreise. Und das schönste: Jeden Tag ist ein anderer Zug unterwegs – mal historisch als kleine Dampflokomotive, wie sie einst auch zwischen Beetzendorf und Kalbe mit Halt in Apenburg pendelte, oder als langer Güterzug. Der wird gezogen von einer schweren Diesellokomotive der Baureihe 120. „Diese ,Taigatrommel‘ genannten Kraftpakete waren zu DDR-Zeiten wirklich nicht zu überhören“, erinnert sich Schwieger. Die ebenfalls bekannte „Ferkeltaxe“, der weinrote Schienenbus, darf natürlich auch nicht fehlen. „Das zu DDR-Zeiten gefertigte Sortiment der Modelleisenbahnfirma TT-Zeuke dürfte ich wohl schon fast komplett haben. Auch die Häuser auf der Platte jedes Jahr etwas gewechselt werden, denn der Platz im Schaufenster ist begrenzt“, erklärt der Tüftler der AZ. Wenn sich die jungen Besucher also die Nasen an seinem Schaufenster platt drücken, sehen sie jedes Mal etwas Neues. Einen kleinen Vorgeschmack auf das Bahn-Vergnügen kann man sich auf Youtube im Kanal „Siegel von Apenburg“ holen. Dort läuft unter anderem dazu ein kurzes Filmchen. Besser ist es aber, selbst mal vorbei zu kommen. Frohe Weihnachten auf seine Art wünscht Andreas Schwieger so allen kleinen und großen Kindern, die an seinem Schaufenster vorbeikommen – und ganz besonders dem kleinen Anton aus der Gartenstraße. Denn versprochen ist versprochen.

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