Diesdorfer Gemeinderat will um Polizeistation im Rathaus kämpfen

Protestbrief an Stahlknecht

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Mitte des kommenden Jahres soll dieses Schild in Diesdorf entfernt werden – so die Pläne von Innenminister Stahlknecht.

Diesdorf. Noch hängt es an der Wand, das kleine blaue Schild „Polizei“ am Eingang des Diesdorfer Rathauses. Doch geht es nach den Plänen des Magdeburger Innenministeriums, könne es bereits in einem halben Jahr abgeschraubt werden.

Gegen diese Pläne von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) regt sich in dem Ort zunehmend Kritik. Hintergrund: Der Diesdorfer Gemeinderat will um die kleine, mit derzeit drei Beamten besetzte Polizeistation im Rathaus kämpfen. Während der jüngsten Ratssitzung regte Angelika Scholz an, eine gemeinsame Protestaktion gegen die drohende Schließung Mitte 2014 zu starten.

Bei dem brisanten Thema herrschte in dem Gremium parteiübergreifende Einigkeit. Der Tenor: Man habe zwar Verständnis, dass der Schuldenabbau in Sachsen-Anhalt vorangetrieben werden muss, aber es könne nicht immer an den falschen Stellen gespart werden: bei Lehrern und Polizisten, hieß es. Fazit der Diskussion: Zur nächsten Diesdorfer Gemeinderatssitzung soll an die Adresse von Holger Stahlknecht ein Protestbrief verfasst und nach Magdeburg ins Innenministerium geschickt werden. Die Diesdorfer wollen dies auch begründen mit der in den vergangenen Wochen gestiegenen Zahl an polizeilichen Delikten, wie Sachbeschädigungen und rechten Straftaten. „Wer soll helfen, wenn es bei uns im Jugendklub mal Bambule gibt?“, hieß es. „Wenn die Polizei weg ist, dann ist hier erst richtig Wild-West“, meinte auch Ratsmitglied Daniel Rieck.

Indes hatte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß bis zur letzten Minute auf den Fortbestand der Revierstation im Flecken gehofft, weil er bis dato keine Mietkündigung für die Räume im Rathaus erhalten hatte. Nun ist der Altmark Zeitung aber bekannt geworden, dass es in der Region bereits telefonische Nachfragen gegeben habe, an welchen öffentlichen Orten sich die Polizei-Kontaktbeamten im kommenden Jahr während ihrer Streife einmal aufwärmen oder die Toiletten benutzen können. Diese Nachricht machte dann auch Fritz Kloß stutzig.

Von Kai Zuber

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