Promis, Chrom und PS-Legenden

Von Jübar bis Dähre: Hunderte Rallye-Zaungäste verfolgen 12. Hamburg-Berlin-Klassik

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Mit 231 PS und über drei Litern Hubraum durch Drebenstedt: Die deutsche Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck war im weißen Stuttgarter Museums-Porsche 911 Carrera Clubsport unterwegs und winkte den Altmärkern zu. 1986 und 1987 siegte er bei den Rennen von Le Mans.

Jübar / Drebenstedt – Zum Promi- und Oldtimer-Gucken mit Kaffee und Klappstuhl an den Straßenrand – das war für viele Einwohner der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf am Wochenende eine ganz willkommene Abwechslung.

Hunderte Zaungäste nutzten die Gelegenheit und verfolgten gleich an zwei Tagen die zwölfte Hamburg-Berlin-Klassik, die sogar durch die kleinsten Ortsteile führte.

Bekannte Persönlichkeiten, Chrom sowie betagte PS-Legenden waren zu sehen, als am Freitag die aus 166 Startern bestehende Auto-Karawane von Dömitz an der Elbe kommend durch Winterfeld, Apenburg und Rittleben führte.

Wertungsprüfung mit Lichtschranke: Hier ging es für Fahrer und Beifahrer um perfektes Timing.

Vom Etappenziel Wolfsburg aus ging es dann am Sonnabendmorgen abermals durch die VG. Die Einwohner von Nettgau erwarteten die Rallye-Gäste am Kreisverkehr vor dem Spanplattenwerk. Winkende Altmärker säumten sodann auch die Straßen in Jübar, Bornsen, Molmke, Abbendorf, Hohenböddenstedt, Fahrendorf, Dähre, Dolsleben, Kortenbeck und Dahrendorf. Ganz im Kati-Witt-Fieber wurde in Diesdorf am Markt ein Transparent gezeigt, wo sich einige Einwohner auch nicht scheuten, auf direkte Tuchfühlung zur Eiskunstlauf-Königin zu gehen, die mit Prinz Leopold von Bayern im weißen BMW-Cabrio 328 unterwegs war.

Auch andere Promis hatten etliche PS unter der Haube und hübsche Damen an ihrer Seite, als sie durch Drebenstedt brausten und dort bei der Zeitnahme zur Wertungsprüfung in Richtung Postweg von dutzenden Schaulustigen begrüßt wurden.

Leider nur zeitweise bei der Rallye dabei waren bekannte Namen wie Fußballstar Grafite, Formel-I-Weltmeister Nico Rosberg oder PS-Profi Sidney Hoffmann. Während sich einige der „Schönen und Reichen“ in Porsche, Mercedes und Rolls-Royce in Anbetracht der vielen Gucker und Fotografen schon ziemlich genervt gaben, winkten Promis wie Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck (im weißen Stuttgarter Museums-Porsche 911 Carrera Clubsport unterwegs) den Altmärkern freundlich zu.

Hinter dem Tross sammelten dann die „Gelben-Engel“ vom ADAC die betagten „Patienten“ ein, die es in Folge gerissener Bremsleitungen, Zylinderkopf-Problemen oder gebrochener Antriebswellen nicht geschafft hatten. Immer begleitet wurde der 90-Minuten-Konvoi auch von humorvollen Kommentaren der Dörfler.

Einmal erinnerte eine junge Beifahrerin mit blonden Zöpfen daran, was wohl die Klima-Aktivistin Greta Thunberg zu der PS-strotzenden Rallye mit hohem Porsche-Anteil, Sprit-Schluckspechten und Hubraum-Giganten gesagt hätte. Und als am Ende des Starterfeldes dann hintereinander vier französische Peugeot 504 durch die Zeitnahme in Drebenstedt ratterten, meinte jemand schmunzelnd: „Jetzt sind die Reichen durch, nun kommen nur noch die Schönen.“

VON KAI ZUBER

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