Probleme mit Müllentsorgung in Jübar

Gelbe Säcke bleiben liegen

Gelbe Säcke
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Gelbe Säcke liegen am Stadtweg in Jübar. Sie wurden dort schon mehrmals nicht abgeholt.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Müll muss nicht erst bis zum Himmel stinken, um für Ärger zu sorgen. So wie seit Anfang des Jahres in Jübar. „Von bisher vier Terminen wurden nur an einem die gelben Säcke abgeholt“, sagt Andrea Plicket, die Vermieterin eines Wohnhauses am Stadtweg in Jübar ist.

Nach ihrer Aussage sind die Säcke am 15. Januar sowie 12. und 26. Februar nicht abgeholt worden. Lediglich am 29. Januar sei dies erfolgt. Am 15. Januar habe der Mieter ihres Hauses sogar den Müll-Lkw in Hanum gesehen und den Fahrer angesprochen. Der Fahrer habe versprochen, die gelben Säcke vom Jübarer Stadtweg noch abzuholen, was aber nicht geschehen sei.

Plicket: „Dann habe ich beim Entsorger angerufen, dass es nicht geklappt hat und genau erklärt, wo die Säcke von uns an die Straße gelegt werden.“ Das habe dann auch beim nächsten Mal, also am 29. Januar, geklappt, aber seitdem nicht mehr.

Am 12. Februar sei die Entsorgung ausgefallen, „angeblich wegen der Witterung, obwohl die Straßen ja wieder befahrbar waren“, erklärt die Vermieterin. Der Entsorger habe zum Anfang des Jahres gewechselt, bis Ende 2020 habe es nie Probleme mit dem Müllabholen gegeben, berichtet Andrea Plicket.

Als am 26. Februar die gelben Säcke wieder stehen geblieben waren, habe sie vom Entsorger, der Recyclinghof Farsleben GmbH, die Antwort erhalten, der Mieter könne seine Säcke ja selbst zum Wertstoffhof bringen. „Warum nimmt eine Firma so einen Auftrag an und kann dann die ordnungsgemäße Abfuhr nicht gewährleisten?“, empört sich Plicket.

Bis Ende 2020 sei die Entsorgung der gelben Säcke durch die ALBA erfolgt, teilt Norman Mattke, Geschäftsführer der Recyclinghof Farsleben GmbH, mit. Sein Unternehmen habe die Ausschreibung gewonnen und sei seit 1. Januar für drei Jahre für die Entsorgung der gelben Säcke zuständig.

Zum Stadtweg in Jübar erklärt er: „Nicht am Stadtweg, aber an der Zufahrt zu diesem Weg steht ein Schild mit einer Tonnagebegrenzung von 7,5 Tonnen. Da müssen sich unsere Fahrer dran halten. Wenn dann dort etwas passiert, wird gefragt, was das Auto in der Straße macht. Meine Fahrer sollen kein Haftungsrisiko haben.“ Doch warum hat die Entsorgung am 29. Januar geklappt? Mattke: „Wir haben auch Fahrer, die schon vorher für die ALBA gefahren sind.“ Diese habe man nun nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass sie Straßen mit Tonnagebegrenzung nicht befahren dürften. Immerhin könne ein voll beladenes Müllfahrzeug bis zu 26 Tonnen wiegen. Und kostet laut Mattke 250 000 Euro. „Vielleicht hat es bisher Sondergenehmigungen für Straßen mit Lastbeschränkung gegeben“, mutmaßt der Geschäftsführer, warum früher auch dort die gelben Säcke abgeholt wurden. Es gebe im gesamten Altmarkkreis 26 oder 27 solcher Straßen. „Wenn eine Gemeinde eine Sondergenehmigung möchte, sollte sie sich an den Baulastträger der Straße wenden“, empfiehlt Mattke.

Dem Altmarkkreis sei das Problem mit den gelben Säcken bekannt, teilt Pressesprecherin Birgit Eurich mit. „Wir arbeiten mit den Kommunen an einer Lösung.“ Bereits für den heutigen Dienstag kündigt sie eine Presseerklärung dazu an.

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