Lagendorfer Martin Lagois machte als Pressefotograf Karriere

Der Prediger mit Kamera

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Verdienstvoller Sohn der Altmark: Der aus Lagendorf stammende Pastorensohn Martin Lagois (1912-1997) machte eine steile Karriere als weit gereister Kirchenfotograf.

zu Lagendorf. Als am 5. Dezember 1912 im kleinen altmärkischen Ort Lagendorf ein Junge geboren wird, ahnt die Welt noch nichts davon, welche steile Welt-Karriere dieser kleine Pastorensohn einmal machen wird.

Martin Theodor Alfred Lagois kommt nach den Recherchen von Dähres Pastor Silvio Scholz als Sohn des örtlichen Pfarrers auf die Welt, der sich entscheidend für den Neubau des Lagendorfer Gotteshauses eingesetzt hatte. „Es wurde im Jahr 1912 feierlich eingeweiht und Martin Theodor Alfred Lagois wurde hier kurz nach seiner Geburt getauft“, berichtet Pastor Scholz auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Die steile Karriere des kleinen Lagendorfers verlief nahezu geradlinig. Kirchlich erzogen, studierte er Anfang der 1930er Jahre Theologie in Göttingen, Tübingen und Halle. Ab 1935 wirkte er als Vikar in der östlichen Altmark: in Iden und Osterburg. Bereits 1938 zog es Lagois ins Ausland nach Italien. Im Dienst des kirchlichen Außenamtes Berlin ging er 1940 ins spanische Bilbao, musste jedoch im Zuge des Zweiten Weltkriegs 1943 in den Heeresdienst eintreten. Nach dem Krieg wurde er Pfarrer in Nürnberg und der bayrischen Provinz, bevor sich Martin Lagois 1952 ganz der Pressearbeit und der Fotografie zuwandte, die zeitlebens seine größte Leidenschaft war.

So wurde er unter anderem Leiter des evangelischen Presseverbands Bayern und arbeitete im Zuge des Kirchentages 1959 an einer ersten Dokumentation für das bayrische Fernsehen mit. Viele andere Filme folgten. Anfang der 1960er Jahre zog es den reiselustigen Altmärker nach Tansania, Neuguinea und in die Südsee. Danach wurde er Fernsehbeauftragter der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Es folgten Reisen und Dokumentationen über Brasilien und Israel. Der „Pressepfarrer“, wie Martin Theodor Alfred Lagois oft genannt wurde, plädierte vehement für einen professionellen Fotojournalismus. Unter seiner Hand entstanden ab 1951 bis zu seinem Tod am 27. Januar 1997 rund 100 000 Fotos – vor allem über das kirchliche Leben in Bayern. Kirchlichen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten seiner Heimat rund um Nürnberg widmete er sich besonders.

Für sein unermüdliches Schaffen bekam der gebürtige Altmärker 1979 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Andenken an die Leistungen des Lagendorfer „Predigers in Bildern“ schrieb der evangelische Presseverband Bayern im Jahr 2008 den „Martin-Lagois-Fotopreis“ aus.

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