„Pflege beginnt mit einem Lächeln“

Sommerfest in Beetzendorf mit einem Appell an die Politik

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Das Sommerfest des Seniorenheimes SozialCentrum Altmark (SCA) in Beetzendorf wurde auch genutzt, um mehr Bewegung in der bundesweiten Pflegepolitik einzufordern.

Beetzendorf. „Pflege beginnt mit einem Lächeln“, lautet das Motto des Seniorenheimes SozialCentrum Altmark (SCA) An den Kastanien in Beetzendorf, wo traditionell das große Sommerfest gefeiert wurde.

Im Namen des Vorstandes begrüßten SCA-Geschäftsführerin Bärbel Müller und Heimleiterin Katja Koch die Gäste zum Kaffeetrinken mit Musik, bevor der Auftritt der Beetzendorfer Theatergruppe genossen werden konnte.

Doch zunächst richtete Geschäftsführerin Bärbel Müller einige Worte an die Besucher: „Die Politiker sollten alle Beteiligten in der Pflege anhören, denn auch Pflegeheimträger wollen höhere Löhne für Pflegekräfte. Doch die notwendigen Mittel dafür werden nicht zur Verfügung gestellt.“

SCA-Geschäftsführerin Bärbel Müller (l.) sowie Heimleiterin Katja Koch begrüßten die Gäste und erörterten Hintergründe.

Ärger gebe es mit der Sozialagentur des Landes Sachsen-Anhalt über Investitionskosten. Unter anderem werde das Pflegeheim mit seinen 61 Plätzen nicht als eine zusammengehörige geförderte Pflegeeinrichtung anerkannt. „Problematisch finden wir auch, dass die Sozialagentur deshalb ihre Androhung wahr macht und unsere Pflegesatz-Verhandlung auf ihren Tisch gezogen hat“, so Müller. Die Sozialagentur blockiere die im November 2017 beantragten Pflegesätze zur Lohnkostenerhöhung und möchte die Pflegesätze nur um vier Prozent erhöhen, obwohl die Steigerung des Mindestlohnes in der Pflege schon höher sei, hieß es. Müller weiter: „Das geschieht, obwohl die Pflegekassen für die Pflegesatzverhandlung zuständig sind und wir nur fünf Sozialhilfeempfänger im Pflegeheim haben.“

Begrüßen würden die Verantwortlichen in Beetzendorf, wenn die Bundesregierung die Benachteiligung bei der Finanzierung der stationären Pflege über die Pflegeversicherung beendet. „Dann bräuchte bei uns kein Bewohner mehr Sozialhilfeempfänger sein, beziehungsweise Angst davor zu haben“, betonte die Geschäftsführerin. Gefordert wird zudem das Abschaffen der 50-prozentigen Fachkraft-Quote. Pflegekräfte fehlen überall und in vielen Heimen müssen sie viel Zeit mit Helfer-Tätigkeiten verbringen. Es gebe auch Pflegeheime, die einen höheren Fachkräftebedarf haben – zum Beispiel bei Komapatienten. „Wenn es mehr Pflegekräfte gibt, dann könnten wir die Palliativpflege auch im Pflegeheim anbieten. Der Einsatz von Fachkräften könnte viel besser gesteuert werden, wenn Fachkräfte für die Behandlungspflege nach Bedarf eingesetzt werden“, so Bärbel Müller beim Sommerfest abschließend.

Von Kai Zuber

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