1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

„Panik-Aufruf“ zu fehlenden Hortplätzen in Beetzendorf sorgt für Wirbel

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Schule
Aktuell sorgt ein „Panik-Aufruf“ für Aufsehen – Nicht nur an der Grundschule Beetzendorf (Bild), sondern auch innerhalb des Sozial- und Einrichtungsausschusses der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. © Kai Zuber

„Beetzendorfer Eltern, ihr habt allen Grund zur Panik. Ab dem Schuljahr 2023/24 wächst die Zahl der Beetzendorfer Grundschüler auf 150 Kinder. Doch nur für 86 Kinder wird auch noch einen Hortplatz geben, denn die Ausnahme-Genehmigung des Landkreises wird definitiv nicht verlängert. Das bedeutet: 64 Hortplätze fallen ab Sommer 2023 weg.“ Mit diesen Worten beginnt ein Schreiben, was aktuell an der Bildungseinrichtung und in den sozialen Netzwerken verbreitet wird.

Beetzendorf. Dieser „Panik-Aufruf“ sorgt für gehörigen Wirbel – nicht nur an der Grundschule Beetzendorf, sondern auch innerhalb des Sozial- und Einrichtungsausschusses der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf. Der Ausschuss-Vorsitzende Günter Serien reagierte nach Anfrage der AZ kritisch auf das anonym verfasste Schreiben. Man könne nur ahnen, wer dahinter steckt, aber wisse es nicht. Es sei daher schon ungehörig, so einen Brief nicht zu unterschreiben, meinte Serien.

Mensch
Günther Serien, Vorsitzender des Einrichtungs- und Sozialausschusses der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf. © Kai Zuber

Das Schreiben enthält zudem „falsche Inhalte und nicht zu akzeptierende Unterstellungen“, sagte der Ausschussvorsitzende und Kuhfelder Bürgermeister. So könne man nicht vertrauensvoll zusammenarbeiten.

In dem Brief heißt es weiter zur Beetzendorfer Grundschule: Die betroffenen Elternhäuser müssten ihre Kinder dann selbstständig und auf eigene Kosten in den Hort nach Diesdorf bringen, oder die Kinder ab Mittag selbstständig betreuen. Die vorgegebene Erklärung: „Eine hochkomplexe Gemengelage aus Verhinderungstaktik und Eigeninteressen einzelner Kommunalpolitiker“ verhindere seit mehr als zehn Jahren den Bau eines dringend benötigten Hortgebäudes in Beetzendorf. Auch momentan werde durch „Nichtstun“ und Nichtsbeantragen“ bewusst darauf hingearbeitet, dass der Beetzendorfer Hort immer mehr verfällt. Die Leidtragenden seien die Hortner, die Kinder und ab September 2023 auch die Eltern, heißt es.

Dann wird dazu aufgerufen, durch „Anwesenheit Druck ausüben auf den Sozialausschuss der Verbandsgemeinde und die VG-Räte“. Am 19. Oktober um 19 Uhr, soll bei der Sitzung des VG-Sozialausschuss in der Aula der Grundschule Beetzendorf und bei der Sitzung des VG-Rates (Termin noch in Planung) „Präsenz und Empörung“ seitens der Eltern gezeigt werden. Ziel der Eltern-Initiative ist der sofortige Hortneubau. Er soll im VG-Rat beschlossen werden, was seit über zehn Jahren immer wieder vertagt wurde.

„Die Gemeinde Beetzendorf würde sofort rund 500.000 Euro für einen Neubau auf dem Bolzplatz dazugeben. Doch trotz dieses großzügigen Geschenks an den Träger wird diese sinnvolle Lösung für unsere Kinder durch einzelne VG-Räte immer wieder torpediert – wahrscheinlich, um den Schulstandort und die Gemeinde Beetzendorf bewusst zu schwächen“, mutmaßen die Verfasser des Briefes.

„Fest steht, dass ein Bau – egal welche Variante – nicht bis zum Stichtag fertig wird, auch wenn wir sofort starten könnten. Wir müssen uns also erst einmal ganz schnell mit einer Übergangslösung beschäftigen, mit der wir die Zeit überbrücken können“, kommentierte VG-Rätin und Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider das Geschehen.

Auch interessant

Kommentare