Christel Kaufmann: „Du schaust nur auf Ruinen“

Ordnung und Sauberkeit werden in Mellin vermisst

Hausruine in Mellin
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Das alte LPG-Gebäude in Mellin hatte im Oktober 2019 zum wiederholten Male gebrannt. Die Ruine steht heute noch immer, nur wenige Meter vom Dorfgemeinschaftshaus entfernt.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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„Wir waren mal schönstes Dorf in Mellin, man muss sich heute schämen, dort zu wohnen“, meldete sich Christel Kaufmann in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung in Beetzendorf zu Wort. Vor Kurzem sei der 80. Geburtstag ihres Mannes im Dorfgemeinschaftshaus in Mellin gefeiert worden. „Wenn du da herausguckst, schaust du nur auf Ruinen. Der Gehweg ist nicht mehr zu benutzen“, schilderte Kaufmann.

Sie sei auch schon beim Verbandsgemeindebürgermeister Michael Olms gewesen, was bisher auch nichts gebracht habe. „Es passiert einfach nichts. Ich komme jetzt so lange zur Sitzung, bis etwas passiert“, machte Christel Kaufmann ihrem Unmut Luft.

Der Leerstand in ihrem Heimatdorf ärgert sie besonders. Dabei gehe es auch anders. „In Rohrberg haben ebenfalls private Grundstücke leergestanden, dort hat es auch eine Lösung gegeben“, verdeutlichte sie. Und ergänzte noch: „Es gibt eine sehr große Unzufriedenheit bei uns, so geht es nicht weiter. Jeder hat das Recht, vernünftig zu wohnen.“

Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe versprach Christel Kaufmann, ihr eine Antwort zu geben. Der Besitzer des Grundstücks gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus sei bereits angeschrieben worden. Das Thema Ordnung und Sauberkeit in den Ortsteilen der Gemeinde spielte im weiteren Verlauf der Ratssitzung noch eine Rolle. Denn unter „Anfragen und Anregungen“, dem letzten Punkt der Tagesordnung, informierte der Bürgermeister, dass bezüglich der Straßenreinigung „verschiedene Leute“ angeschrieben worden seien. „Es hat Reaktionen gegeben, aber nicht alle haben reagiert“, sagte Köppe. Damit gebe sich die Gemeinde Beetzendorf allerdings nicht zufrieden. „Die, die nicht reagiert haben, werden erneut angeschrieben, unter Androhung der Ersatzvornahme. Wir bleiben da dran“, kündigte Köppe an.

Ratsherr Jürgen Friedrichs, auch Vorsitzender des Bauausschusses, wollte im Zusammenhang mit der Straßenreinigung wissen, ob es gestattet sei, Gehwege oder Gossen mit Glyphosat zu behandeln. „Das ist auf versiegelten Flächen nicht erlaubt“, erwiderte der Bürgermeister.

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