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Ohre bei Gladdenstedt wird wieder naturnah

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Von: Christian Reuter

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Menschen
An der Ohre bei Gladdenstedt: Dario Wallraff (Mitte) vom Verein Aktion Fischotterschutz erklärte die erfolgten Maßnahmen zum Schutz des Fischotters und anderer Tiere und Pflanzen am Grünen Band. © Christian Reuter

Der Fischotter, Wildtier des Jahres 2021, findet im Biosphärenreservat Drömling wertvolle Lebensräume. Doch nicht nur er, sondern auch Biber, Fisch- und Libellenarten sowie viele andere Tiere brauchen ein Netz aus Lebensräumen, einen Biotopverbund. Seit Herbst 2019 arbeitet die Deutsche Umwelthilfe zusammen mit dem Biosphärenreservat Drömling und der Aktion Fischotterschutz daran, dass aus dem Grabensystem im Drömling ein funktionsfähiger Biotopverbund für den Fischotter und andere Tiere entsteht. Am Montag, 21. März, wurde das Projekt bei einem Pressetermin an der Ohre bei Gladdenstedt vorgestellt.

Gladdenstedt. Die Ohre bildete jahrzehntelang die innerdeutsche Grenze. Doch was für die Menschen auf beiden Seiten ein Nachteil war, sorgte dafür, dass dort noch immer viele seltene und gefährdete Arten vorzufinden sind. Allerdings wird heute die biologische Artenvielfalt vor allem durch die Zerschneidung und Verinselung von Lebensräumen bedroht.

Eine besonders große Gefahr für Tiere wie den Fischotter besteht an Brücken, weil sie ohne Querungshilfen unter den Brücken gezwungen sind, ihren Weg über die befahrenen Straßen fortzusetzen. „Deshalb versehen wir Brücken, die besonders gefährlich für Fischotter sind, mit Querungshilfen - sogenannten Bermen“, erklärte Anika Bauer von der Deutschen Umwelthilfe.

Die Ohre selbst ist in der Vergangenheit weitgehend begradigt worden. Heute wollen die Naturschützer aus dem Fluss wieder ein naturnahes Gewässer machen.

Fluss Ohre
An der Ohre bei Gladdenstedt wurden Wurzelstubben und Kies in den Fluss eingebracht, um ihn wieder naturnaher zu gestalten und damit mehr Lebensraum für seltene und bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu bieten. © Christian Reuter

„Dazu wurden Wurzelstubben und fast 17 Tonnen Kies in die Ohre eingebracht“, informierte Dario Wallraff vom Verein Aktion Fischotterschutz. Allerdings seien die Arbeiten nur auf der Seite von Sachsen-Anhalt erfolgt; die Grenze verlaufe genau in der Mitte der Ohre.

Und Wallraff fügte noch hinzu: „Stöcke und Äste können liegen bleiben, so lange der Abfluss nicht gefährdet ist.“ Die Ohre habe als Lebensraum sowie Verbindungs- und Verbreitungskorridor für den Fischotter und den Biber eine große Bedeutung. Die Ohreaue zwischen dem Quellbereich bei Wittingen und südlich der Ortschaft Brome gehört zum Grünen Band, dem bundesweit größte Biotopverbundsystem entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Das Projekt „Blauer Biotopverbund im Drömling“ wird mit Mitteln der Europäischen Union und vom Land Sachsen-Anhalt gefördert.

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