Ökodorf Sieben Linden soll neuen Bebauungsplan erhalten

Nun ist Schluss mit den Ausnahmen

Gästehaus im Ökodorf Sieben Linden bei Poppau
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Das Gästehaus gehört zu den Neubauten im Ökodorf Sieben Linden bei Poppau. Das Gebäude verfügt über 14 Gästezimmer und einen Seminarraum und wurde in der Strohballenbauweise errichtet.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Der Bebauungsplan für das Ökodorf Sieben Linden bei Poppau ist schon knapp 23 Jahre alt. Nun hat der Beetzendorfer Gemeinderat den Weg für einen neuen Plan geebnet.

„Aufstellungsbeschluss zur 1. Änderung des B-Planes Ökodorf Sieben Linden Poppau“ stand als Punkt 8.3. auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung in Beetzendorf. Vor der Abstimmung erklärte Birgit Izykowski vom Bauamt der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf den Ratsmitgliedern und den Gästen, worum es dabei konkret geht.

„Der alte B-Plan ist vom 5. Oktober 1998. Im Laufe der Jahre wurden mit den Bauanträgen Abweichungen gestellt, der alte Plan ist nicht mehr zeitgemäß“, begründete die Bauamtsmitarbeiterin die Beschlussvorlage. Und weiter: „Der Altmarkkreis hat gesagt, irgendwann ist mal Schluss mit den Ausnahmen und Befreiungen. Der letzte Bauantrag war der Auslöser für den Änderungsantrag gewesen.“

Die Bebauungsfläche im Ökodorf habe sich „im Großen und Ganzen“ nicht geändert. Es gebe nur geringfügige Abweichungen. Hinzu komme ein Areal, dass die Genossenschaft des Ökodorfes als Zeltplatz nutzen wolle. „Dort sollen im Sommer die Gäste von Seminaren zelten“, erläuterte Izykowski. Eine weitere Änderung betrifft die Versiegelung des Geländes. „40 Prozent der Fläche dürfen bebaut werden, nicht nur 25 Prozent wie bisher.“ Die Änderungen im neuen B-Plan seien nötig, „damit wir in Zukunft nicht mehr mit Abweichungen arbeiten müssen. Ich hoffe, dass sich das positiv auf das Ökodorf auswirken wird“, sagte Izykowski.

Bürgermeister Lothar Köppe wies darauf hin, dass der Vorhabenträger, also die Genossenschaft des Ökodorfes, die gesamten Kosten für das Planverfahren trage. Er empfahl den Gemeinderäten, der Aufstellung des geänderten Bebauungsplanes zuzustimmen. Da die Ausnahmeregelungen erschöpft seien, könne sonst in Sieben Linden nicht mehr gebaut werden.

Dies wollte die Ratsfrau Eva Stützel, die im Ökodorf wohnt, so nicht stehen lassen. „Bauen könnte man schon noch, aber von den Möglichkeiten her wäre es doch etwas begrenzt.“

Mit Ausnahme von Eva Stützel, die vom Mitwirkungsverbot betroffen war, stimmten alle Gemeinderatsmitglieder dem Aufstellungsbeschluss zu.

Nun werden die Behörden und Träger öffentlicher Belange um eine Stellungnahme zum Entwurf gebeten. Nach dem Einarbeiten von Hinweisen folgen dann ein Abwägungsbeschluss und ein überarbeiteter Entwurf (der öffentlich ausgelegt wird), bevor der Rat nach einer zweiten Abwägung abschließend über den B-Plan entscheidet.

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