Winterfelder Gesundheitszentrum: Gemeinde- und Landespolitiker wollen mehr Landärzte

Numerus clausus in der Kritik

+
Der Standort des Winterfelder Gesundheitszentrums soll an der B 71 sein. Spatenstich war am 5. Mai des vergangenen Jahres; nun geht es demnächst laut Planung mit den ersten Gewerken los. Ninett Schneider steht hinter dem Projekt.

Winterfeld. Während des jüngsten CDU-Kreisparteitags im Winterfelder „Wieseneck“ (wir berichteten) gab es Lob für das Projekt Gesundheitszentrum Winterfeld. Kreis-chef Peter Fernitz und der als Gast anwesende CDU-Landeschef und Verkehrsminister Thomas Webel nannten das Vorhaben zur Ansiedlung von Landärzten an der Bundesstraße 71 wegweisend.

CDU-Landeschef Thomas Webel sprach jüngst in Winterfeld.

Webel ging in seiner Rede sogar noch einen Schritt weiter: Man solle sich nicht zu sehr an einen hohen Numerus clausus als Voraussetzung bei der Aufnahme von Medizinstudenten an den Hochschule und Universitäten klammern, so der CDU-Mann. Rückenwind für diese Aussage kam aus Winterfeld von Ortschef Harald Josten und Gesundheitszentrum-Initiatorin Ninett Schneider: „Der Numerus clausus, also der Mindestnotendurchschnitt als Voraussetzung für ein Medizinstudium, sollte nicht um jeden Preis aufrechterhalten werden. Es gibt auch Talente und Begabte, die nicht immer nur Einsen nach Hause bringen“, so Gemeindechef Josten. Ein Problem sieht der Bürgermeister allerdings auf dem Bildungssektor in Gesamtdeutschland. Josten mahnte zum Beispiel einheitliche Standards beim Abitur in den Bundesländern an. „Unser Föderalismus ist da manchmal hinderlich“, meinte der Winterfelder auf Nachfrage der Altmark-Zeitung.

Eine ähnliche Meinung vertritt Ninett Schneider: „Viele junge Landärzte wollen beim Berufsstart die Sicherheit eines Angestellten-Verhältnisses. Dort gibt es aber auch schon viele gute Entwicklungen zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung“, sagte Schneider der AZ. Fachärzte könnten organisatorisch den Kliniken angegliedert werden, aber quasi eigenständig in den ländlichen Gesundheitszentren arbeiten. Der schrittweise Weg der Mediziner in die Eigenständigkeit werde so erleichtert, hieß es.

Der Baustart an der Winterfelder Bundesstraße 71 zur Errichtung des geplanten Gesundheitszentrums steht kurz bevor. Seit dem Spatenstich am 5. Mai 2017 hat die Apenburg-Winterfelder Projekt-Arbeitsgruppe allerhand angeschoben. Das Vorhaben, das rund 850 000 Euro kostet und mit 350 000 Euro EU-Fördermitteln Unterstützung erfährt, soll spätestens bis November 2018 stehen, so die Pläne der Verantwortlichen.

Von Kai Zuber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare