Seminartag in Umfelde beleuchtet kritisch das Leben auf den Dörfern / Einwohner sammeln Ideen

„Nicht immer nur jammern“

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Was tun gegen den Frust auf den Dörfern, wenn nichts mehr da ist? In Umfelde sammelten Altmärker nun Ideen.

Umfelde / Altmarkkreis. Das Dorfgemeinschaftshaus in Umfelde ist am Sonnabend zur Ideenbrutstätte geworden, wie insbesondere das ländliche Leben in der Altmark verbessert werden kann.

Unter dem Titel „Unsere Dörfer haben Zukunft?!“ stellten die Anwesenden, Bewohner aus Dörfern der näheren Region, zunächst Stärken und Schwächen ihrer Herkunftsorte zusammen und leiteten daraus schließlich Ideen für die Zukunft ab. Als Gast hatten sich die Organisatoren, darunter Pfarrer Ulrich Storck aus Diesdorf, den Ortsbürgermeister von Deersheim (Harz) eingeladen. Dieser, Wolfgang Englert, berichtete davon, wie die Einwohner die ehemals geschlossene Kaufhalle wieder mit Leben erfüllt haben und was dafür zu tun sei.

Die Altmärker warteten am Ende des Seminars ebenfalls mit vielen Ideen auf. Eine der Arbeitsgruppen schlug vor, dass sich zunächst einmal die Vereine in den jeweiligen Orten zusammensetzen sollten. Andere Teilnehmer wollen die Bewohner ihrer Heimatdörfer persönlich befragen, was denn getan werden könne und wo diese sich eine Mitarbeit vorstellen könnten. Weitere Ideen waren unter anderem mehr Werbung für Veranstaltungen zu machen, Gaststätten als Vereine weiterzubetreiben und verlassene Grundstücke verstärkt zu vermarkten.

Bei der Auswertung wurde jedoch auch deutlich, dass es bereits einige Vorhaben gibt, die jedoch nur wenig bekannt sind. Landrat Michael Ziche, ebenfalls in Umfelde dabei, nahm daher nicht nur Anregungen mit, sondern gab den Anwesenden auch Hinweise. So zählte er etwa die Ehrenamtsbörse des Kreises auf, die nur wenig genutzt werde. Die Idee sogenannter Mitnahmebänke konterte Ziche mit dem Rufbussystem im Altmarkkreis. Flexibleren Kita-Öffnungszeiten stand er ebenfalls kritisch gegenüber, da beispielsweise ein thematisch ähnlich gelagertes Projekt wie das Kita-Mobil gescheitert ist.

Die Teilnehmer des Seminars wollen sich in einem Jahr erneut treffen, um Fortschritte festzustellen. „Man kann nicht immer nur jammern auf die da oben“, meinte Pfarrer Storck zur Idee des Seminars.

Von Jens Heymann

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