Neue EU-Verordnungen bringen Walter Roden Sorgen

„Nicht alles wird besser“

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Lena Roden mit ihrer neuen Drohne. Sie ärgert sich darüber, dass seit 1. Januar das Bleigießen verboten wurde. „Das hatte eine lange Tradition in ihrer Familie gehabt“, sagte Lena Roden.

zu Diesdorf. „Wieder mal die EU und ihre Verordnungen. “ Der Diesdorfer Familienvater Walter Roden kann es einfach nicht fassen.

Jetzt hat die Familie endlich einen neuen, leistungsstarken Staubsauger, aber der ist nach dem Willen der Europäischen Union ab sofort eigentlich gar nicht mehr statthaft. „Solche Staubsauger dürfen offiziell nur noch 900 Watt Leistung haben. Doch damit kriegt man ja gar nicht den ganzen Dreck weg“, ärgert sich Roden.

Hintergrund: Die neue Verordnung der Europäischen Kommission legt Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung netzbetriebener Staubsauger fest. Dies geschieht im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie. Die Verordnung gilt für die Mitgliedstaaten und des Europäischen Wirtschaftsraumes. Laut einigen Kritikern könnte die umstrittene Richtlinie dazu führen, dass die Hersteller die Staubsauger-Düsen verkleinern um bei geringerer Leistungsaufnahme die gleiche Saugleistung zu erbringen, wodurch sich der Stromverbrauch als Gegeneffekt sogar erhöhen könnte.

„Nicht alles wird besser“, kommentiert Familienvater Roden. Über das, was sich 2018 alles ändert, gibt es also nicht nur erfreute Gesichter. Ähnlich sieht das Rodens Tochter Lena, die gerade die neuste elektronische Familienanschaffung ausprobiert: eine Drohne.

Seit einigen Wochen gibt es auch dabei bekanntlich Beschränkungen und Auflagen für den Flugbetrieb solcher Geräte, aber weil die Drohne der Familie Roden gewichtsmäßig unter zwei Kilogramm liegt, halten sich diese in Grenzen. Viel mehr Aufsehen erregte bei den Rodens am Neujahrestag die Information, dass das Bleigießen verboten wurde: „Dabei ist das bei uns an Silvester eine feste Familientradition“, ärgert sich Lena. Grund ist auch hier eine EU-Verordnung. Dieses Mal ist es die sogenannte Chemikalienverordnung.

Begründung: Zu giftig ist das Metall. Familienvater Walter Roden ironisch zur EU-Verbotswelt: „Dass Blei in einem gewissen Grade giftig ist, wissen die jetzt erst? Autofahren ist auch gefährlich. Mal sehen, wann das verboten wird.“ Silvester 2017 wurde im Hause Roden doch noch einmal mit Inbrunst Blei gegossen. Offenbar war es das letzte Mal.

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