Bestandsaufnahme Feuerwehr: Sorge im Einsatz bei schweren Verkehrsunfällen

Neue Funktechnik bleibt Dauerproblem

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Winfried Arndt sprach auch Probleme der Wehr an.

Beetzendorf / Diesdorf. Aus den derzeit noch 42 Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf werden demnächst 41.

Hintergrund: Die VG wartet derzeit auf die Bestätigung des Magdeburger Innenministeriums zur beschlossenen Auflösung der Truppe in Hohentramm. Hier habe die Führung bis auf Grünkohlwanderungen kaum noch etwas von Feuerwehrdiensten mitbekommen, sagte Winfried Arndt.

Der Feuerwehr-Koordinator der Verbandsgemeinde macht seit Wochen gemeinsam mit Verbandswehrleiter Bert Juschus die Runde in der Region, um die derzeit rund 850 Kameraden während ihrer Jahreshauptversammlungen über den aktuellen Stand in Sachen Brandbekämpfung zu informieren. Zum Vergleich: Noch vor vier Jahren gab es etwa 925 Feuerwehrmitglieder von Winterfeld bis Diesdorf.

Mit der Mitgliederentwicklung in den derzeit zehn Jugendwehren zeigte sich Arndt dagegen sehr zufrieden. Insgesamt 104 Kinder und Jugendliche gehören derzeit zum Nachwuchs, um den sich Verbandsjugendwart Holger Behrens aus Wallstawe mit viel Engagement kümmert. Der besondere Stolz der VG ist jedoch die Kinderfeuerwehr in Abbendorf mit Heiko Fricke an der Spitze. Die Frauenquote ist in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau konstant geblieben.

Im Jahr 2013 wurden die Aktiven zu 118 Einsätzen und 24 Hochwasser-Aufgeboten gerufen. Laut Winfried Arndt werden neben den Bränden die meisten Einsätze bei technischer Hilfeleistung und bei Sturmschäden gefahren. In den vergangenen Monaten sind die Feuerwehren aus der VG auch über die Verbandsgemeindegrenzen hinaus zu Einsätzen gerufen worden – so etwa in das benachbarte Gebiet der angrenzenden Hansestadt Salzwedel. Auch das Dauerproblem mit der Funktechnik sprach Arndt an. Im Moment plagen unter anderem Softwaremängel bei der neuen Digitaltechnik die Aktiven. Wichtig sei grundsätzlich für die kleinen Feuerwehren die Einsatzbereitschaft in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr. Hier finden erfahrungsgemäß die meisten Brande und technischen Hilfeleistungen statt.

Sorgen bereiten den Kameraden aber zunehmend die Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen. Hier hat sich die Sicherheitstechnik bei der Fahrzeugherstellung meist schneller entwickelt, als die Rettungstechnik die den Freiwilligen Feuerwehren zu Verfügung steht.

Die Ausbildung, so betonte Winfried Arndt, stehe in der VG auch in diesem Jahr im Vordergrund. „Daran wird nicht gespart“, sagte der Dährer. Zwölf Aktive besuchen 2014 die Lehrgänge in Heyrothsberge. Doch auch von Pannen berichtete der Feuerwehrkoordinator: So etwa von den beiden gescheiterten Brunnenbohr-Aktionen in den vergangenen Monaten in Lagendorf und Hanum, wo trotz energischer Anstrengungen nicht genügend Grundwasser gefunden wurde, um einen Brand zu löschen.

Von Kai Zuber

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